Yflavour
aws Preseed | 2024 | Deep Tech | Physical Sciences | Steiermark
Yflavour
Das Grazer Start-up erzeugt hefebasierte Aromen, die pflanzlichen Fleischersatzprodukten einen authentischen Geschmack verleihen und zudem gesundheitliche Vorteile bieten.
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Themenfeld:
- Gesellschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Wandel
- Umwelt/Ressourcen/Klimaschutz
- Gesundheit
Pflanzliche Fleischalternativen werden aus ökologischen und ethischen Gründen immer stärker nachgefragt. Die ökologische Wirkung ist bedeutend: Würden in Europa nur 10 % des konsumierten Fleisches durch pflanzliche Alternativen ersetzt, könnten jährlich bis zu 120 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Es gibt allerdings ein Wachstumshindernis: Etliche Produkte stoßen an geschmackliche Grenzen. Sie erfüllen nicht die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher und bleiben wirtschaftlich ohne Resonanz. Yflavour löst das Geschmacksproblem auf nachhaltige und gesunde Art. Das Start-up hat einen Bioprozess entwickelt, mit dem sich auf Hefebasis natürliche Aromen herstellen lassen. Es werden Aromavorläufer produziert, die beim Erhitzen den typischen Geschmack von Fleisch erzeugen. Das Ergebnis ist ein veganes, gentechnikfreies funktionelles Aroma, das nicht nur Geschmack verleiht, sondern auch gesundheitliche Vorteile bietet. Der Firmenname ist Programm: Das Y steht für das englische Wort „yeast“ (Hefe) und verweist auf den zentralen Bestandteil des Produkts. Gegründet wurde Yflavour 2025 von Astrid Radkohl und Lukas Bernauer, die beide einen wissenschaftlichen Hintergrund in der Hefebiotechnologie haben. Die Idee entstand aus der Verbindung ihrer Forschungserfahrung mit einem Interesse an nachhaltiger und genussvoller Ernährung.
Geschmack durch Präzisionsfermentation: Im Zentrum von Yflavours Arbeit steht die Steuerung des Fermentationsprozesses zur Produktion spezifischer Vorstufenmoleküle in der Hefezelle. Diese Aromavorläufer verändern sich beim Kochen und sorgen für ein intensives natürliches Geschmackserlebnis. Sie haben aber auch funktionelle Vorteile: Sie enthalten Spurenelemente und Vitamine, senken den Salzgehalt im Endprodukt und können einen unerwünschten Nebengeschmack überdecken. Der gesamte Prozess erfolgt unter umweltschonenden Bedingungen und nutzt Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie als Nährstoffquelle – ein Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelabfällen. Die resultierenden Aromen sind stabil und vielfältig einsetzbar. Sie ermöglichen es Lebensmittelherstellern, auf Zusatzstoffe zu verzichten und ihre Zutatenliste zu verkürzen.
Markt und Ausblick: Yflavour entwickelt keine Endprodukte für den Konsum, sondern versteht sich als Technologiepartner für die Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte B2B-Aromenlösungen an, die von der weiterverarbeitenden (vegetarischen) Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können. Der erste Markteintritt ist im DACH-Raum geplant, mit Fokus auf Rind- und Wurstaromen. Yflavour bemüht sich auch um Vertriebspartnerschaften mit internationalen Aromahäusern. Langfristig soll die Technologie auf andere Geschmacksrichtungen wie nussige Aromen oder Anwendungen in der Herstellung von veganem Käse oder Mehrwert-Lebensmitteln, sogenanntem Functional Food, ausgeweitet werden. Bis Ende 2026 möchte das Unternehmen die industrielle Produktion aufnehmen und den Markteintritt vollziehen. Die Unterstützung durch das aws Preseed-Programm ermöglicht den Produktionsausbau auf ein Fermentationsvolumen von 150 Litern – ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur industriellen Fertigung.
Zitat von Astrid Radkohl (CEO) und Lukas Bernauer: „Wir sind ein eingespieltes Team, brennen für unsere Idee und haben das Zeug, sie umzusetzen. Mit Rückschlägen können wir umgehen – das lernt man in der Forschung.“
Tipp: Es ist sinnvoll, den Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern zu suchen – vor allem, wenn sie schon ein paar Schritte weiter sind. Da merkt man schnell: Man ist mit seinen Problemen nicht allein und kann von den Learnings anderer profitieren.

