BauBlocks

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Das Gründungsteam in abendlich-festlicher Kleidung: Alexandra Blascu und Octavian Richea.
© BauBlocks
Ein junger Mann in grauem Trainingsanzug und mit roten Arbeitshandschuhen steht in einer Werkhalle und blickt nach oben auf eine etwa zweieinhalb Meter hohe Wand aus großen grauen Bausteinen. Es sind rechteckige Blöcke mit glatter Oberfläche, die wie übergroße Legosteine gestapelt sind – es handelt sich um einen Prototyp des innovativen Baustoffsystems BauBlocks. Im Vordergrund steht eine graue Werkzeugkiste.
© BauBlocks
Das Bild zeigt die grafische 3D-Darstellung eines einzelnen Bausteins im Querschnitt. Er besteht aus mehreren integrierten Schichten: In der Mitte befindet sich ein dunkelgrauer Kern aus mineralisch gebundenem Material mit grober Textur, links und rechts davon sind glatte, helle Außenschichten sichtbar. Auf der Oberseite ragen zwei kleine grüne Zapfen heraus – sie dienen als Verbindungselemente, ähnlich wie bei Lego-Steinen.
© BauBlocks

BauBlocks

Das Wiener Start-up fasst mehrere Bauschritte in einem Modul zusammen. Das beschleunigt die Errichtungsphase und verringert den CO2-Abdruck.

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Themenfeld:

  • Gesellschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Wandel
  • Umwelt/Ressourcen/Klimaschutz
  • Stadtentwicklung/Leben auf dem Land/Wohnen

 

Nachhaltigkeit ist (noch) nicht die Stärke der Bauindustrie. Die Branche ist der größte Verursacher von Treibhausgasen und für 37 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Sie gilt als immer noch unreflektiert in Hinblick auf den Ressourcenverbrauch und wenig fortgeschritten in der Vermeidung von Abfall. Traditionelle Baustoffe wie Beton und Stahl belasten die Umwelt stark, während Alternativen wie Holz nur begrenzt verfügbar und nicht so lange haltbar sind. Aus der Perspektive des Klimaschutzes besteht also ein dringender Bedarf an nachhaltigen, leistungsstarken Materialien, die den CO₂-Fußabdruck verringern, ohne dass Kompromisse bei Haltbarkeit, Kosten oder einfacher Verarbeitung nötig sind.

Das Start-up BauBlocks bietet dafür eine interessante Lösung: einen Baustein, der die Funktionen von Tragstruktur, Dämmung und Wandelement in sich vereint. Das vereinfacht das Bauen erheblich und reduziert den Abfall. Durch die Verwendung von Meerwasser-Mineralien und landwirtschaftlichen Nebenprodukten erreichen die Blöcke eine 17-mal höhere CO₂-Effizienz als Holz und zählen damit zu den nachhaltigsten Baustoffen am Markt. Getragen wird die Idee von Alexandra Blascu und Octavian Richea, die BauBlocks gegründet haben und mit ihrem Produkt ein neues Bauverständnis vermitteln wollen.

 

Ökologisch und ökonomisch vernünftig

Die beiden haben Erfahrung in Architektur, Bauingenieurwesen und Nachhaltigkeit. Ihr multifunktionaler Baustein soll einen ökologischen Impact erzielen und zugleich ökonomisch realisierbar sein. Er wurde entwickelt, um den CO₂-Fußabdruck der Branche deutlich zu reduzieren – durch zwei Hauptmerkmale: das zirkuläre Bausystem und den Einsatz von CO₂-bindenden Materialien. Statt mehrerer Baustellenprozesse ist nur mehr ein einziger nötig. Zum Vergleich: Der Bau eines klassischen Ziegel-Beton-Hauses umfasst neun Arbeitsschritte – Schalung, Bewehrung, Betonieren, Ausschalen, Mauern, Trockenbau-Unterkonstruktion, Montage der Trockenbauwände, Dämmung und Abdichtung. Jeder Schritt erfordert spezialisierte Fachkräfte. Mit BauBlocks wird dieser Prozess auf einen einzigen Arbeitsschritt verkürzt. Die Blöcke bestehen aus einer mineralischen Mischung auf Basis von Meerwasser und landwirtschaftlichen Reststoffen – Materialien, die nicht nur reichlich verfügbar, sondern auch sehr CO₂-effizient sind.

 

Marktpotenzial und Ausblick bis 2026

Die Bauwirtschaft muss nachhaltiger werden – und BauBlocks will den Branchenumbau vorantreiben. Der Trend zu klimafreundlichen, kreislauffähigen Baustoffen wird durch gesetzliche Vorgaben, die EU-Taxonomie und steigenden gesellschaftlichen Druck massiv beschleunigt. In diesem Umfeld bietet BauBlocks eine Lösung, die einfach skalierbar und bereits marktreif ist. Bis 2026 soll das erste Bauwerk entstehen, das vollständig mit dem BauBlocks-System errichtet wurde. Geplant ist ein öffentlich zugängliches Pilotprojekt in der Wiener Seestadt, das sowohl architektonisch als auch ökologisch Maßstäbe setzen soll. Die mediale Sichtbarkeit und die praktische Anwendbarkeit sollen nicht nur Investoren und Bauprofis überzeugen, sondern auch ein breiteres Bewusstsein für klimaneutrales Bauen schaffen.

 

Zitat von Alexandra Blascu und Octavian Richea: „Wir glauben an unsere Idee, weil das System nicht nur den Bauprozess beschleunigt, sondern auch alle Bauschichten in einer wiederverwendbaren Einheit vereint, die CO₂ speichert. Das bedeutet: weniger Arbeit, weniger Emissionen, weniger Abfall und geringere Kosten.“

 

Tipp: Akzeptiert Unsicherheit – trefft fundierte Entscheidungen, seid aber bereit, Fehler zu machen. Entscheidend ist, das Problem zu lösen, nicht neue Probleme zu suchen.

www.bau-blocks.com

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