Cellectric

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Das Bild zeigt die beiden Gründer Terje Wimberger und Klemens Wassermann, wie sie lächelnd im Freien auf einer Bank sitzen. Sie tragen legere Businessanzüge in Dunkel- und Hellgrau. Im Hintergrund sind kahle junge Bäume und die helle Fassade eines modernen Gebäudes zu sehen.
© Cellectric
Im Vordergrund ist eine gläserne Mikrofluidik-Kammer zu sehen, an die ein dünner Schlauch und ein elektrisches Kabel angeschlossen sind. Daneben steht ein Rack mit mehreren Blutproben in Röhrchen. Im Hintergrund läuft ein hochauflösendes Oszilloskop, auf dessen Bildschirm mehrere Messkurven dargestellt sind. Die Szene zeigt eine laufende Blutanalyse im Zusammenhang mit der elektrophysikalischen Charakterisierung von Zellen, wie sie bei der Technologie von Cellectric zum Einsatz kommt.
© Cellectric
Die Abbildung zeigt das Analysegerät von Cellectric, das zur automatisierten Aufbereitung diagnostischer Proben dient. Im linken Bereich des Gehäuses sind mehrere Reagenzflaschen und Probenträger mit roten Deckeln sichtbar, im Zentrum erkennt man eine mikrofluidische Prozesskammer mit angeschlossenen Sensoren und Leitungen. Rechts befindet sich ein integriertes Touchdisplay mit Benutzeroberfläche („Dashboard“), das diverse Parameter wie Temperatur, Signalstärke und Flüssigkeitsströme anzeigt. Das Gerät trägt das Logo von Cellectric.
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Cellectric

Cellectric entwickelt ein Verfahren zur automatisierten Blutprobenaufbereitung, das mit elektrodynamischer Zellmanipulation eine schnellere und selektivere Sepsisdiagnostik ermöglicht.

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Themenfeld:

  • Gesundheit/Pflege

 

Sepsis gilt als medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt. Allein in Österreich sterben jährlich rund 7.500 Menschen an den Folgen einer Blutvergiftung. Je schneller Keime im Blut erkannt und bekämpft werden, desto besser sind die Überlebenschancen. Die Realität in Labors sieht jedoch anders aus: Die Probenaufbereitung ist komplex, fehleranfällig und zeitintensiv – ein Engpass, der nicht nur Zeit, sondern im schlimmsten Fall Menschenleben kostet.

Um diesen diagnostischen und zeitlichen Flaschenhals zu beseitigen, hat das Wiener Start-up Cellectric ein physikalisches Verfahren zur automatisierten Zellisolation entwickelt, das ohne chemische Zusätze auskommt. Damit gewinnt es an Präzision und – wichtig – Schnelligkeit. Die Grundlage dafür ist die gezielte Manipulation von Zellen durch elektromagnetische Felder, ein Ansatz, der schneller, präziser und verlustfrei funktioniert. Die Technologie wurde von Klemens Wassermann und Terje Wimberger entwickelt, die beide aus der Life-Sciences-Forschung am AIT Austrian Institute of Technology kommen. Cellectric wurde 2021 gegründet und kombiniert biophysikalische Grundlagenforschung mit dem Bestreben, die automatisierte Vorbereitung diagnostischer Proben in der Labormedizin zu beschleunigen.

Revolution im Probendurchfluss: Im Zentrum der Plattform steht ein mikrofluidisches Durchflussgerät, das mithilfe elektromagnetischer Felder gezielt bestimmte Zelltypen ohne Verluste und in nur wenigen Sekunden aus einer Probe entfernt. Möglich wird das durch die Nutzung des sogenannten Elektroms – des charakteristischen elektrodynamischen Fingerabdrucks jeder Zelle. Der Prozess ist voll automatisiert: Nach dem Einlegen der Probe startet ein One-Button-Protokoll, das sich problemlos in bestehende Laborprozesse integrieren lässt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren, die oft mehrere manuelle Schritte erfordern und mit Reagenzien arbeiten, funktioniert die Methode rein physikalisch und reduziert den Zeitaufwand erheblich. Erste Pilotanwendungen zeigen, dass sich die Analysezeiten um bis zu 70 % verkürzen lassen. Besonders in der Infektionsdiagnostik, aber auch für die Zell- und Gentherapie und für Multi-Omics, also die integrierte Analyse mehrerer molekularer Ebenen, eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. 

Klinische Validierung und Marktzugang: Bis Ende 2026 verfolgt Cellectric einen strukturierten Entwicklungsplan: Gemeinsam mit dem AKH Wien, der MedUni Wien, der Universität Lausanne und der Harvard Medical School will das Unternehmen klinische Proben in verschiedenen Studienumgebungen analysieren, um die Technologie zu validieren. Parallel dazu will es strategische Partnerschaften mit Diagnostikfirmen eingehen, die die Plattform in ihre bestehenden Analyseketten integrieren sollen. Die ersten kommerziellen Anwendungen sind als sogenannte RUO-Produkte („research use only“) in Forschungs- und Routinelabors geplant. Darüber hinaus ist eine eigenständige Zulassung für Sequenzierungsanwendungen in Vorbereitung. Der Vertrieb erfolgt über ein B2B-Modell und über Lizenzpartnerschaften mit Geräteherstellern. Mittelfristig soll die Technologie auch als OEM-Lösung für Drittsysteme angeboten werden. Durch diese abgestufte Skalierungsstrategie will Cellectric bis 2026 sowohl im Diagnostikmarkt als auch in angrenzenden Life-Sciences-Bereichen Fuß fassen.

Zitat von Klemens Wassermann (CEO): „Wir wollen mit Elektrodynamik eine völlig neue Art der Zellmanipulation in Biologie und Medizin etablieren. Das Elektrom könnte für das 21. Jahrhundert werden, was das Genom für das 20. Jahrhundert war.“

Tipp: Team, „cash in the bank“ und „product-market fit“ – das sind die drei Dinge, die am meisten zählen. Wer raus aus dem Labor geht und radikal auf Nutzerinnen und Nutzer hört, hat die besten Chancen.

www.cellectric.com

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