Cycuria Therapeutics
aws Seedfinancing | 2024 | Deep Tech | Life Sciences | Steiermark
Cycuria Therapeutics
Das Grazer Start-up entwickelt eine neuartige proteinbasierte Therapie gegen akute myeloische Leukämie, die gezielt Tumorstammzellen zerstört und zugleich die gesunde Blutbildung schützt.
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Themenfeld:
- Gesundheit/Pflege
Die akute myeloische Leukämie (AML) zählt zu den aggressivsten Formen des Blutkrebses. Besonders ältere Menschen sind von ihr betroffen. Weltweit erkranken jährlich rund 200.000 Menschen daran. Trotz moderner Therapien bleibt die Prognose schlecht: Drei Jahre nach der Diagnose lebt nur noch jeder fünfte Betroffene. Die größten Hindernisse für den Behandlungserfolg sind die große genetische Heterogenität der Leukämiezellen, therapieresistente Tumorstammzellen und die massiven Nebenwirkungen herkömmlicher Therapien, die oft die gesunde Blutbildung zerstören. Der medizinische Bedarf an einer besser verträglichen, dauerhaften Therapie ist groß.
Die junge Biotechfirma Cycuria Therapeutics mit Sitz in Graz entwickelt eine proteinbasierte Therapie, die AML-Zellen gezielt angreift und dabei – anders als konventionelle Therapien – die gesunden Zellen verschont. Die Idee beruht auf langjähriger Forschung an der Medizinischen Universität Graz, der Universität Heidelberg und der TU München. Hinter Cycuria Therapeutics stehen der Onkologe Philipp Jost, der Biochemiker Felix Wieland und der Biotechunternehmer Nisit Khandelwal.
Ein innovativer Wirkmechanismus: Das Herz der Entwicklung ist ein rekombinantes Zytokin, das eine Schwachstelle leukämischer Zellen ausnutzt und einen bislang ungenutzten Signalweg aktiviert. Ein rekombinantes Zytokin ist ein künstlich hergestelltes Eiweiß (Protein), das im Körper natürliche Signalstoffe – sogenannte Zytokine – nachbildet. Zytokine regulieren viele biologische Prozesse, insbesondere im Immunsystem und bei der Zellkommunikation. Der von den Grazer Forschern entwickelte Wirkstoff funktioniert unabhängig von genetischen Mutationen und löst den programmierten Zelltod aus – ein Prinzip, das weltweit einzigartig ist. Präklinische Tests an Tiermodellen und Patientenzellkulturen haben gezeigt, dass die Therapie nicht nur effektiv gegen AML-Zellen wirkt, sondern auch die Tumorstammzellen angreift – also genau jene Zellen, die für Rückfälle verantwortlich sind. Dabei bleibt die gesunde Blutbildung erhalten und wird in manchen Fällen sogar unterstützt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Herstellung: Proteinbasierte Medikamente sind in der Onkologie gut etabliert, ihre Produktion ist skalierbar. Cycuria Therapeutics plant zudem, den Wirkmechanismus auf andere hämatologische und solide Tumorerkrankungen auszuweiten. Die Expertise der Gründer ergänzt sich gut: Khandelwal verfügt über umfassende Gründungserfahrung in der Biotechbranche, Jost gilt als führender Forscher im Bereich AML und Wieland bringt tiefgehendes Wissen in Strukturbiochemie und molekularer Zellbiologie ein.
Skalierbare Entwicklung mit klarem Fahrplan: Cycuria Therapeutics verfolgt einen präzise strukturierten Entwicklungsplan, um die Therapie bis 2027 in die klinische Erprobung zu überführen. Die Zwischenschritte umfassen die Lead-Optimierung, präklinische Wirksamkeitsstudien und toxikologische Analysen sowie die Etablierung robuster Herstellungsprozesse nach GMP („good manufacturing practice“). Diese Phase wird wesentlich durch das aws Seedfinancing-Programm unterstützt, das sowohl die experimentelle Arbeit als auch die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens fördert.
Der Markt für AML-Therapien ist groß – nicht nur wegen der hohen Inzidenz, sondern auch wegen des großen medizinischen und ökonomischen Drucks. Der Ansatz von Cycuria Therapeutics eröffnet neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten, für die es bislang kaum Optionen gab. Zugleich kann der Wirkstoff mittelfristig auf weitere Indikationen übertragen werden – eine Skalierbarkeit, die sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich spannend ist.
Zitat von Nisit Khandelwal (CEO): „Unser Ansatz bietet eine echte Alternative zu bestehenden Therapien und hat das Potenzial, Patientinnen und Patienten nachhaltig zu helfen. Mit einem klaren Plan und der richtigen Vision setzen wir alles daran, diese Innovation in die Klinik zu bringen.“
Tipp: Ein starkes, komplementäres Team ist entscheidend. Die frühzeitige Einbindung von Fachleuten und der Aufbau verlässlicher Netzwerke können über Erfolg und Scheitern entscheiden.


