abaton
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abaton
Mit porösen Flächenkühlelementen ersetzt abaton energieintensive Entfeuchtungssysteme und verbessert das Raumklima – ganz ohne Kondensatproblem.
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Themenfeld:
- Umwelt | Ressourcen | Klimaschutz
Gebäude verursachen rund 40 % des weltweiten Energieverbrauchs – und ein immer größerer Teil davon entfällt auf die Raumkühlung. Klassische Klimaanlagen sind ineffizient und laut und verbrauchen enorme Mengen Strom. Zudem verursachen sie hygienische Probleme und führen zu unnatürlich trockener Luft. Flächenkühlung gilt zwar als leise, angenehm und effizient, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie versagt, sobald der Taupunkt unterschritten wird – also wenn auf der Oberfläche kondensierte Feuchtigkeit entsteht. Um das zu verhindern, sind bisher energieintensive Zusatzsysteme wie Lüftungsanlagen notwendig. Der Entfeuchtungsprozess verschlingt 40 bis 60 % der gesamten Kühlenergie. Das Wiener Start-up abaton hat eine Flächenkühltechnologie entwickelt, die die Feuchtigkeit direkt in der Baustruktur puffert. Herzstück ist ein patentierter Werkstoff aus mineralischen Rohstoffen wie Sand oder Kalk, der Luftfeuchtigkeit kontrolliert aufnimmt und wieder abgibt – ganz ohne mechanische Entfeuchtung. Die Idee entstand aus der praktischen Planungserfahrung von Fachleuten an der Schnittstelle von Gebäudetechnik und Bauphysik. Die Gründer Benedikt Göhmann und Maximilian Gruber entwickelten daraus ein funktionierendes System – basierend auf bauphysikalischen Simulationen und zahlreichen Tests.
Technologie und Anwendung
Die poröse Struktur des abaton-Werkstoffs besteht aus abgestimmten Makro- und Mesoporen, die es ermöglichen, zwischen 500 und 1.500 Gramm Wasser pro Quadratmeter durch Kondensation zu speichern. Die Aufnahme von Feuchtigkeit erfolgt bei Unterschreitung des Taupunkts, die Abgabe bei höheren Vorlauftemperaturen – etwa in der Nacht. So entsteht ein zyklischer Feuchtepuffer, der die Raumluft effektiv stabilisiert. Die Oberfläche der Module bleibt dabei stets trocken. Neben der Kondensation wirkt auch die Sorption, und das System nimmt Wasserdampf im Ausmaß von Lehmbauplatten auf. Ein präzises Ingenieurmodell beschreibt das Verhalten des Materials in Abhängigkeit von Temperatur, Luftfeuchte und Klimadaten. So lässt sich das Kühlsystem projektgenau dimensionieren – mit vollständiger Planbarkeit. Durch die Pufferung in der Bausubstanz wird der Energieaufwand für die Entfeuchtung um bis zu 65 % reduziert. Bei Sanierungen oder Lowtech-Konzepten kann sogar auf mechanische Lüftungssysteme verzichtet werden – wichtig vor allem bei Bestandsgebäuden. Ein weiterer Entwicklungsschritt betrifft die Nachhaltigkeit des Materials selbst: Ab Ende 2025 soll der Baustoff aus recyceltem Betonbruch produziert werden, womit der CO2-Ausstoß in der Produktion auf nahezu null gedrückt werden kann.
Skalierung und Ausblick
Die abaton-Module lassen sich architektonisch flexibel in Sanierungen und Neubauten einfügen – ohne sichtbare Technik, ohne Lärm, ohne Zugluft. Besonders attraktiv ist die Lösung für Architektinnen und Bauherren, die Energieeffizienz, ein besseres Raumklima und Design kombinieren wollen. Die Einsparungen bei Energie und Lüftungstechnik machen das System wirtschaftlich besonders interessant. Zur Skalierung setzt abaton auf ein Lizenzmodell: Die Produktion soll über Fertigteilwerke, die Montage über Trockenbaufirmen organisiert werden. Die Module wurden bereits auf der Baustelle des ersten öffentlichen Projektes von abaton, des Pratermuseums in Wien, eingesetzt. Bis 2026 ist die Ausweitung auf vier europäische Märkte geplant, begleitet von einem Ausbau der Produktionskapazitäten. Parallel wird das Portfolio um weitere modulare Systeme ergänzt. Die Gründer sind überzeugt, dass sich nachhaltige Gebäudetechnik nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich durchsetzen wird. Die Kombination aus Effizienz, Nutzerkomfort und Ressourcenschonung macht abaton zum Innovationstreiber in einem riesigen Markt.
Zitat Benedikt Göhmann, CEO: „Die besten Innovationen sind die, die sich wirtschaftlich von selbst tragen. Unser Konzept reduziert den Energieverbrauch signifikant, ohne Komforteinbußen. Damit schaffen wir nicht nur nachhaltige Gebäude, sondern auch einen echten finanziellen Mehrwert für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Nutzerinnen und Nutzer.“
Tipp: Glaubt an eure Idee und bleibt dran – auch wenn es immer wieder Herausforderungen gibt.

