elyte
aws Seedfinancing | 2024 | Deep Tech | Life Sciences | Steiermark
elyte
Das Grazer Start-up entwickelt ein Testgerät, mit dem Herz- oder Nierenpatientinnen und -patienten ihre Kaliumwerte erstmals selbst überwachen können.
aws Seedfinancing | 2024 | Deep Tech | Life Sciences | Steiermark
Themenfeld:
- Gesundheit/Pflege
Für viele weckt der Name Kalium nur eine entfernte Erinnerung an einen verdösten Chemieunterricht und irgendwelche Ordnungszahlen (K mit OZ 19). Für nicht so wenige ist der Kaliumwert aber eine Maßzahl fürs eigene Überleben. Kalium ist von zentraler Bedeutung für den Wasserhaushalt des Körpers. Es hat Einfluss auf den osmotischen Druck, wirkt mit am Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper und ist am Säure-Basen-Haushalt beteiligt. Kalium ist ein wichtiger Elektrolyt und unter anderem für die Herzfunktion verantwortlich. Ein Ungleichgewicht des Kaliumspiegels kann zu Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand führen. Die Über- oder Unterversorgung mit Kalium im Blut ist oft das Ergebnis einer eingeschränkten Nierenfunktion und wird durch Medikamente und Ernährung weiter beeinflusst. Die Herausforderung: Der für den Gesundheitszustand wichtige Kaliumwert kann bis heute nur bei ambulanten Terminen der Patientinnen und Patienten und mit qualifizierter Laborausrüstung gemessen werden.
Die Überwachung des Gesundheitszustandes von chronisch kranken Patientinnen und Patienten soll mithilfe der Entwicklung von elyte entscheidend verbessert werden. Es handelt sich um ein Gerät, mit dem die Betroffenen die körpereigene Kaliumkonzentration selbstständig zu Hause messen können. Mit der Einführung von Kalium-Heimmessungen erhalten sie die Möglichkeit, kaliumbindende Therapien und den Erfolg entsprechender Diäten zu kontrollieren. In der Folge sinkt die Hospitalisierungsrate, schwere Komplikationen werden seltener und die Patientensterblichkeit verringert sich. Zudem steigt die Lebensqualität der chronisch Kranken, weil die Unsicherheit über Nebenwirkungen von Medikamenten auf den Kaliumspiegel endgültig beseitigt wird.
Ein Fingerstich: KaliumForMe, so der Produktname des Messgerätes, basiert auf einer optischen Messtechnologie, die dem Unternehmen zufolge „entscheidende Vorteile gegenüber alternativen Methoden der Mitbewerber“ aufweist. Die Schnelltestung erfolgt minimalinvasiv mit einem Tropfen Kapillarblut, der typischerweise durch einen kleinen Stich in die Fingerkuppe oder das Ohrläppchen gewonnen wird. KaliumForMe wird nach den Plänen von elyte als innovative Form des Homemonitorings exakt zu den künftigen Gesundheitskonzepten der Telemedizin passen. Das Gerät soll es Millionen von Patientinnen und Patienten ermöglichen, Elektrolyttests zu Hause durchzuführen.
Unbegrenzte Zielmärkte: Der Zielmarkt von elyte ist so groß wie die Zahl der Betroffenen. Weltweit gibt es schätzungsweise 37 Millionen Erwachsene mit Herzinsuffizienz. Von Nierenerkrankungen sind rund 700 Millionen Menschen betroffen. Und circa 40 % dieser chronisch Kranken leiden wegen der notwendigen medikamentösen Therapie an gefährlich erhöhten Kaliumwerten (Hyperkaliämie). Die Pharmaindustrie zeigt großes Interesse an einem heimbasierten Kaliummonitoring, weil dadurch bestehende Medikationen fortgesetzt und nicht unterbrochen werden müssen. Träger des Gesundheitssystems profitieren von einer Reduktion der Krankenhausaufenthalte und dem Wegfall der unzähligen Laborbestimmungen, die für ein konventionelles Monitoring durchgeführt werden müssen.
Die elyte-Technologie konnte im intensivmedizinischen Bereich bereits am Patienten unter Beweis gestellt werden. Das Gründungsteam geht davon aus, dass demnächst auf der Basis eines bestehenden funktionalen Laborprototyps ein produktähnlicher Formfaktorprototyp vorhanden sein wird, mit dem präklinische und klinische Untersuchungen durchgeführt werden. Dann werden die für medizintechnische Produkte vorgeschriebenen regulatorischen Zulassungsverfahren in Angriff genommen.
Zitat von Martin Ellmerer (CEO): „Mit unserem technologischen Konzept werden wir die Behandlungsmöglichkeiten für chronisch kranke Herz- oder Nierenpatientinnen und -patienten grundlegend verbessern. Erst durch die finanzielle und beraterische Unterstützung der aws wurden wir in die Lage versetzt, unser Unternehmen zu starten. Jetzt können wir unsere Visionen zum Wohle der Patientinnen und Patienten und zur Entlastung unseres Gesundheitssystems umsetzen.“
Tipp: Vor einer Gründung ist gut zu überlegen, in welchem Entwicklungsstadium sich die Technologie aktuell befindet. Hilfreich ist es, bereits zu diesem Zeitpunkt Gespräche mit Investoren zu führen und sich zur Finanzierung und zur Vorgangsweise beraten zu lassen.


