Ferrum Technologies
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Ferrum Technologies
Ferrum Technologies entwickelt ein neuartiges Verfahren aus dem Bereich der Melter-Technologie, das die emissionsfreie Stahlproduktion kosteneffizienter macht.
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Themenfeld:
- Gesellschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Wandel
- Umwelt/Ressourcen/Klimaschutz
Die Stahlproduktion verursacht fast ein Zehntel der weltweiten CO₂-Emissionen – das lässt sich nicht durch einfache Substitution lösen. Ferrum Technologies konzentriert sich auf einen Prozess, der im Zentrum dieser Emissionen steht: die Reduktion von Eisenerz zu Eisen. Konventionelle Verfahren verwenden kohlenstoffintensive Hochöfen. Dem stehen Direktreduktionsverfahren und Elektroofen-Technologien gegenüber, die grundsätzlich emissionsärmer sind, aber höhere Kosten und technische Einschränkungen mit sich bringen.
Hier liegt das Potenzial von Ferrum Technologies: Das 2022 in Wien gegründete Unternehmen entwickelt ein flexibles, industrietaugliches Verfahren zur Verarbeitung günstiger, bislang unbrauchbarer Eisenerze mit einer innovativen Melter-Technologie. Diese ermöglicht im Direktreduktionsverfahren nicht nur eine nahezu CO₂-freie Stahlproduktion, sondern auch eine neue Wertschöpfung in bestehenden Stahlwerken – etwa durch die Aufwertung von Nebenprodukten wie Schlacke zu marktfähigem Hüttensand. Der Gründer Andreas Carl Weber kann auf ein Studium der Eisen- und Stahlmetallurgie an der Montanuniversität Leoben, einen Abschluss in Internationaler Betriebswirtschaft an der WU in Wien und Stationen bei voestalpine und dem Europäischen Parlament sowie im Venture-Capital-Geschäft (Speedinvest) verweisen.
Mit Erfahrung und Know-how zur Innovation: Die Innovation von Ferrum Technologies basiert auf der Kombination von metallurgischem Know-how und Skalierungsdenken. Kern der Entwicklung ist ein Reaktor, der in der Lage ist, auch DRI/HBI („direct reduced iron“/„hot briquetted iron“) aus minderwertigen Erzen effizient zu verarbeiten – ein Prozess, der bislang als unwirtschaftlich gegolten hat. Das senkt nicht nur die Herstellungskosten, sondern erlaubt auch eine geografische Entkopplung: Die Eisenherstellung kann in Regionen mit günstiger erneuerbarer Energie erfolgen, während Schmelzen, Raffinieren und Walzen weiterhin in bestehenden Werken passieren. Das Kompetenzprofil des Start-ups wird durch das spezialisierte Kernteam ergänzt: Nicolás Lalla bringt über 20 Jahre Erfahrung in der internationalen Stahlerzeugung mit. Eduard Bäck zählt zu den führenden Industrieexperten in der Eisenmetallurgie und hat jahrzehntelange Erfahrung in Prozessinnovation. Aleksandr Markelov hat metallurgische Verfahren erfolgreich vom Labormaßstab in die industrielle Anwendung überführt.
Pläne mit Wirkung: Bis Ende 2025 will Ferrum Technologies die Vorprojektentwicklung für das erste Werk abschließen. Das Verfahren soll sowohl als Stand-alone-Technologie als auch als ergänzendes Modul in bestehende Produktionsketten integriert werden können. Bis 2026 strebt das Unternehmen den Markteintritt mit zwei Hauptproduktlinien an: standardisierten Eisenprodukten zur industriellen Weiterverarbeitung und hochwertigem Hüttensand als CO₂-reduziertem Zementersatz. Beide Materialien treffen auf einen wachsenden Markt mit drängendem Dekarbonisierungsbedarf. Der Skalierungspfad ist international angelegt – durch Modularität, Lizenzierung und strategische Partnerschaften mit Industrieakteuren.
Zitat von Andreas Carl Weber (CEO): „Stahlunternehmen sind langfristig darauf angewiesen, die Dekarbonisierung voranzutreiben. Wir haben mit unserer Technologie eine einfach zu implementierende Retrofit-Lösung geschaffen, um eine emissionsfreie Stahlproduktion kostengünstig umzusetzen.“
Tipp: Der Fokus sollte zu 100 % auf den Kundenbedürfnissen liegen, alles andere ist Nebensache. Build something that people really want.


