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Parastruct

aws Seedfinancing | 2024 | Deep Tech | Physical Sciences | Tirol

Das Bild zeigt das Gründungsteam von Parastruct mit einem Mitarbeiter in einem Raum mit verschiedenen Materialmustern und technischen Utensilien im Hintergrund. Die vier Personen stehen nebeneinander und blicken lächelnd in die Kamera. In der Mitte des Bildes befindet sich ein skulptural geformtes Bauteil aus hellem porösem Material – ein Prototyp aus dem Parastruct-Materialsystem.
© Parastruct
Links: Das Bild zeigt den Querschnitt eines Wand- oder Dachelementes, das aus mehreren Schichten biogener Baustoffe aufgebaut ist. Sichtbar sind unterschiedliche Lagen aus gepressten Fasermaterialien und eine dämmende Zwischenschicht aus Natur- oder Mineralfaser. Sie sind von einem hölzernen Rahmen eingefasst. Das Bild demonstriert den Aufbau eines ökologisch gedämmten Bauteils. Die Materialien sind ein Beispiel für Parastructs kreislaufbasierte Baustoffsysteme. Rechts: Das Bild zeigt zwei übereinanderliegende Platten aus gepresstem faserigem Material in unterschiedlichen Farbtönen. Die obere Platte ist hellbraun und wirkt homogener, während die untere eine dunklere, kontrastreichere Struktur mit deutlich sichtbaren Holzfasern aufweist. Beide Werkstücke scheinen aus biogenen Reststoffen gefertigt zu sein – Proben aus dem Baustoffsystem von Parastruct. Struktur und Farbgebung deuten auf variierende Zusammensetzungen organischer Materialien wie Sägespäne oder Altholz hin.
© Parastruct
Das Bild zeigt eine Anordnung rechteckiger Materialproben aus verschiedenen Betonsorten, die auf einem Tisch liegen. Jede Probe ist mit roter Beschriftung codiert (z. B. „AG15-4“, „AG60-2“). Die Oberfläche der Proben wirkt porös und erinnert an Leichtbeton oder zementfreie Werkstoffe. Rechts im Bild ist ein Schraubenzieher zu sehen, was auf ein Labor- oder Werkstattumfeld hinweist.
© Parastruct

Parastruct

Parastruct entwickelt CO₂-reduzierte Baustoffe aus biogenen und mineralischen Abfällen und bringt geschlossene Materialkreisläufe in die Bauindustrie – ein industriell skalierbarer Beitrag zur Dekarbonisierung.

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Themenfeld:

  • Gesellschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Wandel
  • Umwelt/Ressourcen/Klimaschutz

 

Die Bauindustrie steht unter Druck: Die Zementpreise steigen, die CO₂-Kosten belasten das Budget und ESG-Vorgaben machen fossile Baustoffe zunehmend unattraktiv. Laut dem UN Global Status Report ist der Bau- und Gebäudesektor für rund 38 % des globalen CO2-Aufkommens verantwortlich. Während die Nachfrage nach neuen Gebäuden und Infrastrukturen stetig wächst, kämpft die traditionelle Bauwirtschaft mit erheblichen ökologischen Problemen. Ein Grund (unter vielen) ist der Mangel an kreislauffähigen Technologien. Das 2023 in Innsbruck gegründete Start-up Parastruct stellt nachhaltige Baustoffe her, die ohne Primärzement auskommen. Als Basis dienen industrielle Abfälle – etwa aus der Holz-, Ziegel- oder Stahlverarbeitung –, die in einem eigens entwickelten Bindemittelsystem zu neuen Werkstoffen verarbeitet werden. Die Materialien sind vollständig rezyklierbar. Am Ende ihres Lebenszyklus werden sie zerlegt und können erneut verwendet werden. Damit entsteht ein geschlossener Stoffkreislauf – ein deutlicher Unterschied zur Linearwirtschaft klassischer Betonprodukte. Die Geschäftsidee: ein kreislauffähiger Baustoff, der sowohl in bestehende Bauprozesse als auch in additive Fertigungsmethoden wie 3D-Druck integrierbar ist und unter Lizenz von Partnern produziert wird. Das Gründungsteam bringt umfassende Erfahrung mit: CEO Georg Breitenberger verfügt über 25 Jahre Praxis in der Bauindustrie und war für internationale Leitprojekte im Bereich des 3D-Drucks verantwortlich. Mit Freia Ruegenberg und Kilian Rießbeck ergänzen zwei Chemie- und Materialfachleute das Team; sie sind für die Entwicklung und Weiterentwicklung der Bindemitteltechnologie verantwortlich.

Technologie für zirkuläres Bauen: Zentrales Element der Plattform ist ein Bindemittelsystem, das sowohl biogene als auch mineralische Reststoffe zu formbaren, belastbaren Materialien verbindet. Anders als herkömmlicher Zement kann das System am Lebensende eines Bauteils aufgelöst und erneut eingesetzt werden – die Wiederverwertung ist integraler Bestandteil der Innovation. Durch die Abstimmung von Partikelgrößen, Bindemittelchemie und Verarbeitungstemperaturen entstehen Materialien, die in Standardformen gegossen oder im 3D-Druck verarbeitet werden können. Die Technologie wurde für die Anforderungen industrieller Produktionsprozesse entwickelt: robuste mechanische Eigenschaften, wirtschaftliche Verarbeitung und Kompatibilität mit bestehenden Anlagen. Der modulare Aufbau erlaubt regionale Anpassungen – etwa die Nutzung lokal anfallender Reststoffe. Parastruct versteht sich nicht als Hersteller, sondern als Technologieanbieter: Die Plattform wird über ein Lizenzmodell skaliert. Partnerfirmen übernehmen die Produktion, während Parastruct Rezeptur, Qualitätsmanagement und laufende Weiterentwicklung liefert. Erste Bauteile wurden erfolgreich im Fertigungsverfahren erprobt – darunter Fassadenplatten, Möbelelemente und Funktionsteile im Gebäudebereich. Die Lösung ist anschlussfähig an aktuelle Anforderungen der Bauindustrie und zielt auf den Ersatz von Zement ab, dessen Herstellung für rund 8 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist.

Rückenwind für die Innovation: Der Markt reagiert bereits: Parastruct verfügt zum Ende des ersten Halbjahres 2025 schon über 16 Absichtserklärungen von Bau- und Fertigteilunternehmen aus Europa. Erste zahlende Kunden aus der Beton- und Stahlverarbeitung nutzen die Plattform, um eigene Abfallstoffe in neue Produkte zu überführen. Für Ende 2025 plant Parastruct den Markteintritt in Deutschland, wo regulatorische Anreize für nachhaltige Baustoffe bestehen. Parallel wird der US-Markt vorbereitet, insbesondere in Regionen mit hohen Deponiekosten und ESG-Förderprogrammen. Die Skalierungsstrategie basiert auf einem variablen Lizenzsystem mit modularen Technologiebestandteilen. Für 2026 ist die Ausdehnung des Portfolios auf weitere Sektoren wie Möbelbau und Infrastrukturkomponenten vorgesehen. Darüber hinaus werden Kooperationsprojekte im Bereich der Raumfahrt evaluiert – die Technologie wurde bereits mit Innovationspreisen in Zusammenhang mit extraterrestrischen Baustrukturen ausgezeichnet. Die Kombination von Kreislaufwirtschaft, emissionsfreier Fertigung und wirtschaftlicher Skalierbarkeit macht Parastruct zu einem Baustein für die strukturelle Transformation der Baustoffindustrie.

Zitat von Georg Breitenberger (CEO): „Parastruct löst das drängende Problem der steigenden CO₂-Kosten und der Notwendigkeit nachhaltiger Alternativen zu herkömmlichem Zement. Das positive Feedback aus der Branche zeigt, dass Bauunternehmen und Baustoffhersteller nach solchen Innovationen suchen.“

Tipp: Zögert nicht, eure Vorstellungen umzusetzen.

www.parastruct.org