Textshine
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Textshine
Das Wiener Start-up entwickelt eine KI-gestützte Korrektoratssoftware für Verlage und Redaktionen, die Schreibfehler automatisiert, verlässlich und ohne Eingriff in den Textstil ausbessert.
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Themenfeld:
- Gesellschaftlicher und/oder wirtschaftlicher Wandel
Professionelle Redaktionen stehen unter wachsendem wirtschaftlichem Druck. Während Arbeitsbelastung und Produktionsvolumen steigen, soll die Qualität der journalistischen Inhalte nicht nachlassen. Das ist eine Herausforderung. Das Korrektorat – die Bereinigung von Rechtschreib- und Formatierungsfehlern – bindet täglich erhebliche personelle Ressourcen, obwohl es nur selten den journalistischen Kernwert darstellt. Das Wiener Start-up Textshine entwickelt eine Lösung für professionelle Ansprüche, in der dieser Arbeitsschritt automatisiert ist – ohne dass in Stil oder Inhalt eingegriffen wird. Gegründet wurde Textshine von Alexander Seifert, einem KI-Experten mit über 20 Jahren Erfahrung in der Verlagsbranche. Die Lösung ist das Resultat von Branchenpraxis, technologischer Expertise und Kenntnis redaktioneller Arbeitsprozesse (erworben im familieneigenen Publikumsverlag).
Korrekturleistung auf Fachniveau: Die technologische Besonderheit von Textshine liegt in der Kombination von generativen Sprachmodellen, regelbasierter Grammatikanalyse und abgegrenztem Funktionsumfang. Im Unterschied zu anderen KI-gestützten Korrekturlösungen greift Textshine nicht in Formulierungen ein, sondern beschränkt sich auf die Fehlerkorrektur: Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, logische Brüche oder fehlerhafte Eigennamen. Durch ein speziell entwickeltes System zur Verarbeitung deutscher Verlagstexte liefert die Software Korrekturen auf dem Niveau professioneller Korrektorinnen und Korrektoren – ohne Halluzinationen, ohne stilistische Glättung, ohne Datenspeicherung. Das Unternehmen unterhält bereits Datenpartnerschaften mit Tageszeitungen, um eigene Modelle trainieren und weiterentwickeln zu können. Redaktionen können mit Textshine bis zu 10 % der wöchentlichen Arbeitszeit einsparen und zugleich die sprachliche Qualität ihrer Texte heben.
Wachstum über den Medienmarkt hinaus: Bei einer Zielgruppe von rund 25.000 Redakteurinnen und Redakteuren im DACH-Raum ergibt sich ein potenzielles Einsparvolumen von bis zu 100 Millionen Euro jährlich. Etliche namhafte Medienhäuser und Buchverlage nutzen die Lösung bereits, viele weitere befinden sich in der Pilotphase. Ziel ist es, bis Ende 2027 50 % des deutschsprachigen Medienmarkts zu erreichen. Parallel dazu wird das Angebot für Selfpublisher und juristische Fachleute ausgebaut. Eine sprachliche Erweiterung des Produkts ist ebenfalls vorgesehen: Nach dem Roll-out für Deutsch wird die Korrekturlösung demnächst auch für Englisch angeboten. Und schließlich wird in die Diversifizierung der Produktlinie investiert – von leichtgewichtigen Modellen für mobile Endgeräte bis zu Enterprise-Lösungen für große Verlagshäuser mit hohen Anforderungen an Datensicherheit, Infrastruktur und Workflow-Integration.
Zitat von Alexander Seifert (CEO): „Ich wollte nie ein weiteres KI-Tool bauen – sondern ein Werkzeug, das echte Probleme in echten Redaktionen löst. Textshine gibt Journalistinnen und Journalisten Zeit zurück und bewahrt die sprachliche Integrität ihrer Texte.“
Tipp: Leidenschaft für dein Produkt ist unverzichtbar: Am besten löst du ein Problem, das du aus eigener Erfahrung kennst und verstehst. Hol dir außerdem Menschen ins Team, die unbequem sind, kritisch denken und sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengeben. Und lerne, mit dem ständigen Balanceakt zwischen konsequentem Fokus und notwendiger Offenheit für Veränderungen und neue Möglichkeiten umzugehen.

