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Valeriot

aws Seedfinancing | 2024 | Deep Tech | Life Sciences | Wien

Die vier Einzelporträts zeigen die Gründer von Valeriot: Michael Flatscher, Walter Heindl, Johannes Moser, Ingo Crailsheim-Broutin.
© Valeriot
Das Bild zeigt die stark vergrößerte Darstellung eines venösen Gefäßsystems mit zahlreichen feinen Verästelungen. Im oberen Bereich ist ein Abschnitt des Herzens zu sehen. Die zentrale Vene zieht sich bogenförmig nach unten und verzweigt sich mehrfach in ein dichtes Netzwerk aus kleineren Gefäßen.
© Valeriot
Für eine koronare Bypassoperation müssen Venen aus dem Bein (Vena saphena magna) entnommen werden. Die Beinvene wird dann als Herzkranzgefäß genutzt. Das Bild zeigt eine Szene aus einem Operationssaal. Im Vordergrund ist eine Hand mit Skalpell zu sehen, bereit für den ersten Schnitt an einer antiseptisch vorbereiteten Hautstelle. Die Person trägt sterile OP-Handschuhe und ein blaues OP-Gewand. Im Hintergrund ist ein Monitor mit Vitalzeichen sichtbar.
© www.freepik.com

Valeriot

Das medizintechnische Unternehmen entwickelt ein chirurgisches Instrument zur atraumatischen Venenentnahme, das die Operationszeit verkürzt und die Genesung beschleunigt.

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Themenfeld:

  • Gesundheit/Pflege

 

Bei Bypassoperationen und anderen gefäßchirurgischen Eingriffen müssen Chirurginnen und Chirurgen körpereigene Venen aus dem Bein der Patientinnen und Patienten entnehmen, um sie als Transplantate zu verwenden. Dieser erste Schritt – die sogenannte Venenpräparation – ist technisch anspruchsvoll und zeitaufwendig und birgt ein hohes Risiko für Verletzungen am Gefäß und am umliegenden Gewebe. Kommt es bei der Entnahme zu Quetschungen oder Mikroläsionen, kann das später zu Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Infektionen oder unzureichender Durchblutung führen. Der Eingriff ist zudem stark abhängig von der Erfahrung des OP-Teams. Das Wiener Start-up Valeriot entwickelt gegenwärtig mit AutoVein ein Verfahren, das Bypassoperationen vereinfachen und die OP-Risiken reduzieren soll.

Valeriot wurde von Michael Flatscher, Ingo Crailsheim-Broutin, Walter Heindl und Johannes Moser gegründet. Das interdisziplinäre Team nutzt seine medizinischen, technischen und wirtschaftlichen Kompetenzen – es verfügt über Erfahrung in der Herzchirurgie, der Entwicklung medizintechnischer Produkte, dem Gesundheitswesen und dem Finanzbereich. Ziel ist es, mit AutoVein ein standardisierbares und zugleich patientenschonendes Instrument für die Venenentnahme zu entwickeln, mit dem sich Qualität und Effizienz des Eingriffs messbar verbessern lassen.

Präzision durch Technologie: Die aktuellen Methoden der Beinvenenentnahme gleichen dem Versuch, das Kerngehäuse eines Apfels mit einem Essstäbchen zu entfernen. Das Verfahren von Valeriot arbeitet hingegen wie ein Apfelausstecher: gezielt, effizient und schonend. Das Instrument AutoVein führt mehrere bislang manuell vollzogene Schritte der Venenpräparation erstmals in einem automatisierten Prozess zusammen. Durch einen minimalinvasiven Zugang unter der Haut schiebt sich die Spitze des Instruments an der Vene entlang und trennt mechanisch das umgebende Gewebe. Das Gefäß wird durch eine Schutzvorrichtung vor Beschädigung bewahrt. Damit wird die Entnahme präziser, schneller und sicherer – bei geringerer Belastung für das umliegende Gewebe. AutoVein lässt sich mit wenigen Handgriffen in bestehende Operationsabläufe integrieren und reduziert den Zeitbedarf für die Entnahme um mehr als 50 %. Erste präklinische Tests zeigen eine deutliche Verbesserung der Arbeitsabläufe im OP. Das Instrument ist als Einmalprodukt mit steriler Verpackung konzipiert und zielt auf den raschen Einsatz in der klinischen Routine.

Klinische Validierung und Markteintritt: Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Gefäß- und Herzchirurginnen und -chirurgen, um Funktion, Handhabung und Sicherheitsaspekte unter realen Bedingungen zu optimieren. Aktuell bereitet Valeriot die Produktion einer ersten Pilotserie vor, die noch 2025 im Rahmen einer präklinischen Studie unter relevanten Spitalsbedingungen getestet wird. Diese Studie dient der Validierung des Systems und bildet die Grundlage für eine anschließende klinische Studie, die für 2026 geplant ist. Im Anschluss daran – voraussichtlich Mitte 2026 – wird die Marktzulassung bei den zuständigen Stellen beantragt: bei der FDA für die USA und bei einer Benannten Stelle für die EU im Rahmen der CE-Zertifizierung. Ziel ist der erfolgreiche Markteintritt Ende 2026. Mittelfristig soll das Instrument weltweit verfügbar sein. Die Zielgruppe sind spezialisierte OP-Teams in der Herz- und Gefäßchirurgie, insbesondere an größeren Kliniken mit hohem Bypassvolumen.

Unterstützt wird Valeriot dabei durch die aws, die neben der finanziellen Förderung auch Know-how in den Bereichen IP-Schutz, regulatorische Entwicklung und Marktstrategie bereitstellt. Für die kommenden Jahre ist die Ausdehnung der Technologieplattform auf weitere chirurgische Indikationen geplant, sodass etwa auch arterielle Gefäße entnommen werden können.

Zitat von Michael Flatscher (CEO): „AutoVein soll Bypassoperationen einfacher machen und vor allem das Leben der Patientinnen und Patienten verlängern. Bei der Entwicklung des Verfahrens hat das aws Programm eine entscheidende Rolle gespielt.“

Tipp: So früh wie möglich mit den Anwenderinnen und Anwendern reden – und offen für Feedback bleiben.

www.valeriot.com