Freundeskreis
Das Start-up entwickelt und produziert pflanzliche Käsealternativen aus Marillen-Kernen.
Seedfinancing - Innovative Solutions | 2024 | Wien
Themenfeld:
- Umwelt | Ressourcen | Klimaschutz
- gesellschaftlicher und | oder wirtschaftlicher Wandel
Innovation: Das Unternehmen nützt den natürlichen Fermentationsprozess der Käseherstellung, um aus geschälten Marillenkernen eine rein pflanzliche Käsealternative aus natürlichen Zutaten anzubieten.
Impact: Pflanzliche Ernährung ohne lange Wege ist der effektivste Beitrag, den Einzelne zur Klimaneutralität leisten können. Die Käsealternativen der Freundeskreis GmbH erfüllen alle Voraussetzungen.
Statistiken zufolge ist eine pflanzliche und regionale Kost der effektivste Beitrag, mit dem Einzelne zur Klimaneutralität beitragen können. Die drei Gründer*innen Leonhard Sulzmann, Mona Heiß und Markus Korn beflügeln mit ihrem Start-up „Freundeskreis“ den Umbruch bei den modernen Ernährungsgewohnheiten. Das Team entwickelte einen Herstellungsprozess für Käsealternativen, der einen ungewöhnlichen Rohstoff nutzt: Marillenkerne. Sie verwenden die natürlichen Fermentationsprozesse der konventionellen Käserei und erreichen auf Basis der gemahlenen Kerne eine – nach eigenen Angaben – „köstliche und cremige Textur“. Erstes verfügbare Produkt ist eine dem Camembert entsprechende Käsealternative. Laut dem Unternehmen ist dieser geschmacklich und in der Konsistenz kaum von herkömmlichem Camembert zu unterscheiden. Der Grund liege in den Eigenschaften der Marillenkerne, die reich an Proteinen und ungesättigten Fettsäuren sind. Weitere Sorten sollen folgen. Der Unternehmensname Freundeskreis soll übrigens Essen als soziales Erlebnis betonen, bei dem unabhängig von den Ernährungsgewohnheiten alle angesprochen sind.
Effizient: Für die Produktion einer handelsübliche 150 Gramm Camembert-Packung bedarf es einer Milchmenge von – je nach Qualität - ca. 1,5 Litern Milch (Faustregel für Weichkäse: Aus 10 Litern Kuhmilch entsteht etwa 1 Kilogramm Käse). Für eine gleich große Portion der veganen „Cam-mmh-berta“ aus der Freundeskreis-Produktion braucht es nicht einmal hundert Gramm Kerne. In dem selbst entwickelten Verfahren werden die Kerne ohne Schale mit Wasser vermahlen und mit Enzymen angereichert. Beim Käsen selbst verlässt sich Freundeskreis auf konventionelle Prozesse mit den gleichen Maschinen und Techniken aus der traditionellen Käseherstellung. Nach zwei Tagen Herstellung und zwei Wochen Reifezeit ist die Cam-mmh-berta fertig. Gegenwärtig erfolgt die Produktion in einer ehemaligen Käserei auf einem Bauernhof im Wienerwald.
Marktlücke: Die Gründer*innen reagieren auf eine stark wachsende Nachfrage im Segment der Käse-Alternativen, die laut Umfragen aber nur unbefriedigend gedeckt wird. Kund*innen sind mit den derzeit verfügbaren pflanzlichen Käse-Ersatz in Bezug auf Textur, Geschmack und Inhaltsstoffe unzufrieden. Das Team von Freundeskreis will diese Marktlücke nutzen, zumal sein Verfahren leicht skalierbar ist: Es ist in jeder herkömmlichen Molkereianlage mit den bestehenden Maschinen umsetzbar, auch in großem Maßstab. Der vegane Weichkäse des Wiener Startups ist seit Juni 2024 in ausgewählten veganen Shops erhältlich. 2025 und 2026 arbeitet das Start-up an der Erweiterung des Sortiments mit Hüttenkäse- und Topfen-Alternativen. Am Aufbau einer Pilot-Käsefabrik in Wien-Penzing wird 2025 gearbeitet. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung von pflanzlichen Hartkäse Sorten. Geplant ist, dass aktuell weitere Vertriebspartner*innen in Österreich dazugewonnen werden. Die Expansion in die DACH-Region erfolgt im nächsten Schritt.
Zitat Mona Heiß, Co-Founderin: „Durch die Unterstützung des aws hatten wir die Möglichkeit, endlich unsere Pläne umzusetzen und mit unserem ersten Produkt den Markteintritt zu schaffen.“
www.freundes-kreis.at
