Wachstum und Innovation konsequent fördern

aws Geschäftsführung
Stand: April 2021

Im Jahr 2020 wurde der Wirtschaftsstandort vor enorme Herausforderungen gestellt: Infolge der Covid-19-Pandemie rutschte die österreichische Wirtschaft in die schwerwiegendste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Unterbrochene Lieferketten, Umsatzeinbrüche und behördlich verordnete Betriebsschließungen haben die Unternehmen massiv beeinträchtigt. Die aws als Förderbank des Bundes und erste Anlaufstelle für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung hat in diesem Umfeld eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen übernommen und ihre Expertise und Einsatzfähigkeit als Organisation eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 81.250 Förderungszusagen konnte die aws im Jahr 2020 vergeben. Das entspricht einer Steigerung um das 17-fache im Vergleich zu 4.769 Zusagen im Jahr 2019. Die Finanzierungsleistung der aws ist aufgrund der Corona-Hilfsprogramme von rund EUR 1,1 Mrd. im Jahr 2019 auf EUR 6,8 Mrd. gestiegen. Die aws hat damit einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes geleistet und mit den Investitionsförderungen, allen voran der aws Investitionsprämie, auch schon wirksame Maßnahmen für einen Aufschwung nach der Krise gesetzt.

Als Anfang März 2020 ein Lockdown zur Bekämpfung der Covid-Krise verkündet wurde, konnte die aws mit der Überbrückungsgarantie bereits das erste Hilfsprogramm zur Sicherung der Liquidität von Unternehmen anbieten. Anfangs noch in einem eingeschränkten Ausmaß und unter beihilfenrechtlichen Beschränkungen hat sich dieses Programm mit laufenden Erleichterungen sehr schnell zu einem zentralen Instrument innerhalb des Corona-Rettungsschirms der Bundesregierung entwickelt. Für österreichische Unternehmen war es in der Folge möglich, Betriebsmittelkredite mit Garantiequoten von bis zu 100 Prozent bei der Hausbank zu beantragen. Mit insgesamt 19.341 Garantien für ein Garantieobligo in Höhe von EUR 3,5 Mrd., wovon zum 31.12.2020 insgesamt 17.265 Garantien mit einem Obligo von EUR 3,0 Mrd. aushaftend waren, hat die aws hier eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung der Kreditversorgung österreichischer Unternehmen übernommen. 

Neben der Überbrückungsgarantie zur Liquiditätssicherung wurde der Fokus auf eine nachhaltige Sicherung und Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gelegt. Dazu hat die österreichische Bundesregierung mit der aws Investitionsprämie ein Instrument geschaffen, das einen wesentlichen Anreiz für Unternehmensinvestitionen und damit zur Absicherung von Betriebsstätten und zur Schaffung von Arbeitsplätzen gibt. Dabei werden Unternehmensinvestitionen mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss von 7 % der Investitionskosten unterstützt. Eine besondere Förderung von 14 % gibt es zudem für Investitionen in den Schwerpunktbereichen Digitalisierung, Ökologisierung und Life Sciences. Mit Start am 1. September 2020 konnte diese Förderung beantragt werden. Die Nachfrage war sehr groß: Bis Jahresende sind über 70.000 Förderungsanträge mit einem Zuschussvolumen von rund EUR 2,6 Mrd. eingegangen. Das macht die aws Investitionsprämie zum größten Förderungsprogramm in der Unternehmensgeschichte. 

Zusätzlich hat die aws im Jahr 2020 aber noch weitere Corona-Hilfsinstrumente umgesetzt, die ganz spezifisch Probleme einzelner Branchen und Unternehmensphasen adressiert haben. Innovative Start-ups wurden etwa mit dem Covid-Start-up-Paket unterstützt. Dabei wurden im Rahmen des Covid-Start-up-Hilfsfonds Eigenkapitalinvestments privater Investorinnen und Investoren bis zu einem Beitrag von EUR 800.000 verdoppelt. Die Nachfrage war außerordentlich hoch – 237 Start-ups konnten mit diesem Instrument unterstützt werden. Zur weiteren Mobilisierung von Risikokapital wurde 2020 zudem die aws Kapitalgarantie ausgeschrieben. Die aws übernimmt mit diesem Instrument eine Garantie für 50 Prozent des Risikokapitals. Das Auswahlverfahren für das/die Fondsmanagement/s startete Ende November 2020.

Aber auch Hilfsprogramme für die Unternehmen aus der Kreativ- und Sozialwirtschaft wurden sehr positiv angenommen. In den Covid-Sondercalls des Programms aws Creative Impact stand 2020 ein zusätzliches Budget von EUR 3 Mio. für neue Geschäftsmodelle im Kontext von Covid-19 zur Verfügung. Dank des neuen Comeback Zuschuss konnten im Frühsommer 2020 auch Film- und TV-Dreharbeiten wieder aufgenommen werden. Dadurch wurde vor allem das Risiko für Unternehmen reduziert Produktionen zu realisieren.

Nicht zuletzt hat aber auch der NPO-Fonds als Hilfsprogramm für Non-Profit-Organisationen, Freiwillige Feuerwehren sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften im Jahr 2020 einen wichtigen Beitrag für den Standort Österreich geleistet. Damit wurde dem Wunsch der österreichischen Bundesregierung, eine für die aws gänzlich unbekannte Kund*innengruppe  zu servicieren, entsprochen und in dieser Ausnahmesituation die technische Abwicklungskompetenz für Massenprogramme zur Verfügung gestellt. Die aws ist mit der technischen Abwicklung für die Vergabe der Zuschüsse beauftragt und konnte eine enorme Nachfrage feststellen und bedienen: Von Anfang Juli 2020 bis zum Ende der Einreichfrist per 31.12.2020 wurden rund 21.300 Anträge über die eigens eingerichtete Plattform gestellt. Mehr als EUR 300 Mio. wurden zugesagt. 

Trotz des Fokus auf die besonderen Programme und Herausforderungen infolge der Covid-Pandemie war es im Jahr 2020 besonders wichtig, mit dem Kerngeschäft der aws, innovative Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung zu unterstützen. Gerade aufgrund des unsicheren Umfelds hatte dieses Angebot eine stabilisierende Wirkung und konnte Wachstums- und Innovationssprünge ermöglichen. Dabei hat die aws mit der Implementierung einer neuen Programmstruktur im Jänner 2020 einen wichtigen Schritt gesetzt, um die Angebote für Unternehmen leichter zugänglich zu machen. Die Programme, die Unternehmen direkt adressieren, wurden von 44 auf 18 zusammengefasst, ohne das Angebot einzuschränken. Von den Unternehmen wurde diese Vereinfachung sehr gut aufgenommen. 

2020 wurden trotz Wirtschaftskrise aws Garantien im Kerngeschäft mit einem Obligo von EUR 324 Mio. übernommen. Dieser Wert liegt unter dem Rekordobligo von EUR 422 Mio. im Jahr 2019, aber dennoch rund 8 % über dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre. Insbesondere im zweiten Halbjahr wurde die aws Garantie stark nachgefragt. Dies zeigt, dass der Impuls durch die Investitionsprämie bei den Unternehmen angekommen ist. Gleichzeitig war die Garantie ein wichtiges Instrument, um die Finanzierungssituation von Unternehmen in der aktuell herausfordernden Zeit zu sichern. 

Ein starkes Ergebnis konnte die aws zudem beim aws erp-Kredit erzielen. Die im Zuge der neuen Programmlandschaft eingeführten Vereinfachungen und flexibleren Laufzeitmodelle wurden von den Unternehmen insbesondere bei kleineren Krediten sehr gut aufgenommen. Besonders stark war die Kreditnachfrage im letzten Jahresdrittel. Zu Jahresende wurde das gesamte Volumen des erp-Jahresprogramm von EUR 600 Mio. ausgeschöpft – der Antragsstand war mit Kreditanträgen in Höhe von EUR 400 Mio. zudem sehr hoch. Auch die Entwicklungen im aws erp-Kredit zeigen die Wirkungskraft der Investitionsprämie.
Die aws verfügt darüber hinaus insbesondere durch die Neugestaltung der Programme über ein leicht zugängliches Angebot für alle Unternehmensphasen und unterstützt innovative Betriebe neben den Finanzierungsinstrumenten aws Garantie und aws erp-Kredit auch mit Zuschüssen, Eigenkapital, Coaching und Matching-Services. Zuschüsse stehen etwa bei der Seedfinanzierung innovativen Deep-Tech-Unternehmen zur Verfügung. Insgesamt wurden hier 41 Anträge für eine Förderung in der Gesamthöhe von EUR 14,2 Mio. empfohlen. Für Unternehmen abseits der Hochtechnologie bietet die aws etwa Zuschüsse im Programm aws Creative Impact, wo mit 890 Anträgen ein absoluter Einreichrekord verzeichnet werden konnte. Zusätzlich konnten die Unternehmen aber auch von den Matching-Services der aws profitieren, die in der Online-Plattform aws Connect zusammengefasst wurden. Besonders positiv ist hier etwa die Entwicklung des im November 2020 gestarteten KI-Marktplatz. Mit diesem Vernetzungsservice unterstützt die aws KMU dabei, diese Zukunftstechnologie kennenzulernen und erste Schritte zu setzen. Innerhalb kurzer Zeit konnten bereits 80 KI-Anbieterinnen und KI-Anbieter und 130 unterschiedliche Usecases abgebildet werden.

Neben diesen Finanzierung- und Beratungsleistungen war für die aws bereits in den Vorjahren der serviceorientierte konsequente Ausbau der digitalen Werkzeuge ein strategischer Schwerpunkt. Mit Blick auf 2020 hat sich dieser Ansatz klar bewährt – ohne die entsprechend aufgebaute digitale Infrastruktur hätte die Bewältigung dieser großen Volumina nicht erfolgen können. Besonders hervorzuheben ist, dass trotz der enormen Steigerung der Zahl der unterstützen Unternehmen, die Servicequalität, Geschwindigkeit der Bearbeitung und die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden auf höchstem Niveau gehalten werden konnten. Dies wurde durch laufend eingeholtes Feedback von Kundinnen und Kunden eindrucksvoll bestätigt.

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