Wachstum und Innovation konsequent fördern

Stand: April 2022

Das Jahr 2021 war erneut maßgeblich geprägt durch die CoVid-19-Pandemie: die Vorzeichen haben sich jedoch deutlich gewandelt. Nach der schwerwiegenden Rezession 2020 startete die österreichische Wirtschaft 2021 in einen Aufholprozess, der Ende des Jahres Wachstum und in vielen Bereichen auch eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau bedeutete. Die aws als Förderbank des Bundes und erste Anlaufstelle für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung hat die Unternehmen in diesem Prozess aktiv begleitet und unterstützt. Dabei konnte die aws vor allem auch dank der Vorarbeit im Bereich der Digitalisierung die Abwicklungsprozesse skalieren und hat in dieser heiklen Phase der wirtschaftlichen Erholung enorme Schlagkraft bei der Förderungsabwicklung gezeigt.

Dieser Erfolg zeigt sich etwa am Rekordwert von 255.013 Förderungszusagen, die die aws im Jahr 2021 vergeben konnte. Das entspricht einer Steigerung um mehr als das 3-fache im Vergleich zu 81.250 Zusagen im Jahr 2020 und einer Steigerung um mehr als das 50-fache zu den Zusagen vor der Krise im Jahr 2019. Auch die Finanzierungsleistung ist 2021 vom Rekordwert von EUR 6,8 Mrd. im Jahr 2020 auf EUR 7,9 Mrd. gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 16 % zum Rekordwert des Vorjahres. Damit ist die Finanzierungsleistung zum Vorkrisenniveau von EUR 1,1 Mrd. um mehr als das 7-fache gestiegen. Die aws hat damit eindrucksvoll bewiesen, welchen positiven Beitrag eine gut aufgestellte Förderbank leisten kann. Mit den Investitionsförderungen der aws, allen voran der aws Investitionsprämie, haben die österreichischen Unternehmen aus der Krise heraus investiert und damit die wirtschaftliche Erholung beschleunigt.

Im Jahr 2021 konnte die aws in vielen Bereichen auf die guten Erfahrungen und den optimal aufgesetzten Prozessen aufbauen. Den österreichischen Unternehmen wurden damit auch Sicherheit und Liquidität bereitgestellt. So hat sich die aws Überbrückungsgarantie durch die Optimierung entlang der beihilfenrechtlichen Möglichkeiten zwar bereits 2020 zu einer zentralen Säule der Krisenbekämpfung entwickelt. Wie viele andere Corona-Hilfsinstrumente, wurde diese Maßnahme aufgrund ihrer großen Wirkung verlängert. In einem ersten Schritt galt die Verlängerung bis 31.12.2021, eine weitere Verlängerung bis 30.06.2022 wurde ebenfalls bereits umgesetzt. 2021 hat die aws insgesamt 2.016 Überbrückungsgarantien mit einem Obligo in Höhe von EUR 418 Mio. übernommen; seit Beginn der Pandemie wurden rund 21.400 Überbrückungsgarantien mit einem Gesamtobligo von rund EUR 4,0 Mrd. zugesagt.

Von ganz besonderer Bedeutung war 2021 die aws Investitionsprämie. Mit dieser Zuschussförderung hat die österreichische Bundesregierung ein wichtiges Instrument geschaffen, das einen Anreiz für Unternehmensinvestitionen gesetzt hat und damit nicht nur zur Sicherung und dem Ausbau heimischer Betriebe, sondern auch zu einer positiven Konjunkturentwicklung beigetragen hat. Das Programm wurde mit 1. September 2020 gestartet. Die meisten Förderungsanträge gingen 2021 bei der aws ein – mehr als 178.000 Anträge wurden in diesem Jahr gestellt. Insgesamt waren es fast 250.000 Anträge, beinahe jede zweite beantragte Investition konnte einem der Schwerpunktbereiche Ökologisierung, Digitalisierung oder Life Science zugeordnet werden. Bis Jahresende 2021 wurden mehr als 120.000 Förderungsanträge bereits abgerechnet und überwiegend ausbezahlt.

Die CoVid-19-Pandemie hat die aws zudem in weiteren Förderungsprogrammen beschäftigt. So unterstützte die aws Unternehmen bei Corona-Tests oder auch spezielle Branchen wie etwa Filmproduktionen mit dem ComebackZuschuss und gemeinnützige Organisationen mit dem NPO Fonds. Im Programm aws betriebliches Testen wurden von Februar 2021 bis Jahresende in einem hochautomatisierten, digitalen Verfahren insgesamt rund 6.000 Anträge bearbeitet und rund EUR 69,1 Mio. zugesagt bzw. ausbezahlt. Dabei wurden 98 % der Anträge bewilligt. Beim ComebackZuschuss werden Film- und TV-Produktionsunternehmen bei Coronabedingten Drehstopps unterstützt. Im Rahmen des NPO-Unterstützungsfonds wurden 2021 insgesamt rund 30.400 Anträge gestellt. Rund EUR 400 Mio. wurden dabei als Hilfsmaßnahme für Non-Profit-Organisationen, Freiwillige Feuerwehren sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften zugesagt bzw. ausbezahlt. Angesichts der anhaltenden Pandemie wird auch bei diesem Programm an der Verlängerung gearbeitet; seit Beginn der CoVid-Krise wurden rund 46.000 Zusagen mit einem Volumen von rund EUR 705 Mio. getätigt.

Trotz der großen Bedeutung der CoVid-19-Hilfsprogramme war es 2021 aufgrund der zunehmenden Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage besonders wichtig, mit den bewährten Kern-Förderprogrammen der aws, innovative Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung zu unterstützen und Wachstums- und Innovationssprünge zu ermöglichen. Das zeigt sich durch den Rekordwert der 1.368 übernommenen aws Garantien. Damit konnte der bisherige Rekord von 2018 um mehr als 17 % überschritten werden. Das Garantievolumen lag dabei mit EUR 407 Mio. nur geringfügig unter dem Höchstwert von 2019. Die gestiegene Nachfrage 2021 zeigt zum einen den Anreizeffekt der Investitionsprämie, die einen Finanzierungsbedarf mit sich brachte, aber auch die Anforderungen der Banken nach werthaltigen Kreditsicherheiten. Die aws Garantien stellen damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung unternehmerischer Innovations- und Wachstumsprojekte in allen Unternehmensphasen dar.

Für Investitionen „aus der Krise heraus“ verzeichnete die aws 2021 auch beim aws erp-Kredit ein starkes Ergebnis. So gab es etwa beim aws erp-Kredit bis zu EUR 1 Mio. eine besonders hohe Nachfrage. Dieses Angebot ist aufgrund der einfachen Produktgestaltung und dem niederschwelligen Zugang vor allem für Wachstums- und Innovationsvorhaben besonders attraktiv. Mehr als EUR 175 Mio. betrug hier die Finanzierungsleistung 2021 und konnte sich damit um 12 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Wie sich gezeigt hat, wurden 2021 vor allem Investitionen umgesetzt, die aufgrund der Pandemie im Jahr 2020 nicht durchgeführt werden konnten. Ebenfalls wurde die Nachfrage nach aws erpKrediten für Wachstums- und Innovationsvorhaben durch den Impuls der aws Investitionsprämie deutlich gesteigert. Insgesamt wurden durch die volle Ausschöpfung des Jahresvolumens in Höhe von EUR 600 Mio. und Vorgriffe auf das Jahresbudget 2022 Investitionen von mehr als EUR 1,1 Mrd. ausgelöst.

Als erste Anlaufstelle für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung verfügt die aws neben den Finanzierungsinstrumenten aws Garantie und aws erp-Kredit zudem über ein leicht zugängliches Angebot an Zuschüssen, Eigenkapital, Coachings und Matching-Services. Bei den Zuschuss-Instrumenten des aws Kerngeschäfts wurde 2021 ein Anstieg auf 6.859 Zusagen verzeichnet. Das entspricht einem Plus von rund 23 % zum Vorjahr. Mit Blick auf die Finanzierungsleistung fiel das Wachstum noch deutlicher aus. Diese betrug 2021 EUR 250,3 Mio., wobei davon EUR 130,1 Mio. auf 8 IPCEI-Projekte (Important Project of Common European Interest) zurückzuführen ist. Die Steigerung bei Zuschüssen ist auch auf die Einführung der Digitalisierungsprogramme wie z. B. das breitenwirksame KMU.E-Commerce Programm mit 1.556 Zusagen zurückzuführen. Im Bereich der Seedfinanzierung von hochinnovativen Deep-Tech Unternehmen standen 2021 zusätzliche Mittel für Green-Tech Lösungen zur Verfügung mit denen 14 GreenTech-Projekte mit einer Fördersumme von rund EUR 4,6 Mio. gefördert werden konnten. Darüber hinaus förderte und beriet die aws im Jahr 2021 knapp 380 Start-ups, Spin-offs und KMU zur optimalen Nutzung ihrer Intellectual Properties (IP) und damit zur Stärkung ihres Wettbewerbsvorteils.

Neben diesen Finanzierung- und Beratungsleistungen war für die aws bereits in den Vorjahren der serviceorientierte konsequente Ausbau der digitalen Werkzeuge ein strategischer Schwerpunkt. Mit Blick auf 2021 hat sich dieser Ansatz klar bewährt – ohne die entsprechend aufgebaute digitale Infrastruktur hätte die Bewältigung dieser großen Volumina nicht erfolgen können. Besonders hervorzuheben ist, dass trotz der enormen Steigerung der Zahl der unterstützen Unternehmen, die Servicequalität, die Geschwindigkeit der Bearbeitung und die Kund*innenzufriedenheit auf höchstem Niveau gehalten werden konnten. Dies wurde durch laufend eingeholtes Kund*innenfeedback eindrucksvoll bestätigt. Ein weiterer Schwerpunkt wurde 2021 auf nachhaltige Entwicklung gesetzt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die aws als Organisation gelegt. Um ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Standorts und unserer Gesellschaft zu überprüfen und aufzuzeigen, hat die aws an der Erstellung eines freiwilligen Nachhaltigkeitsberichts gearbeitet und legt diesen erstmals gemeinsam mit dem Jahresabschluss vor.

Das Jahr 2021 war außerdem geprägt von der Umsetzung des Forschungsfinanzierungsgesetzes und FTI-Paktes. Mit der Finanzierungsvereinbarung 2022–23 wird für Förderungsprogramme der Hochtechnologie und Innovationsprogramme erstmals eine mehrjährige Finanzierungssicherheit für Kund*innen der aws bestehen. Auch werden Schritte gesetzt, um die Governancestrukturen zu optimieren; die Agenturen erhalten dadurch mehr operative Flexibilität.

Ausblick auf die nächsten Jahre

Wie sich auch durch die deutlich schneller als erwartete Erholung der Wirtschaft gezeigt hat, ist in den kommenden Jahren davon auszugehen, dass für Unternehmen Innovationen und Wachstum wieder eine stärkere Bedeutung bekommen. Die aws ist dabei mit ihren Kernprogrammen aus Krediten, Garantien, Zuschüssen, Eigenkapital, Coachings und den Vernetzungsservices im Rahmen von aws Connect gut aufgestellt und steht den Unternehmen von den ersten Schritten bis zur erfolgreichen Internationalisierung zur Seite. Thematische Schwerpunkte werden, wie sich bereits bei der aws Investitionsprämie gezeigt hat, in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und in den Life Sciences erwartet. Mittelfristig ist die aws u.a. auch durch die Abwicklung der Investitionsprämie geprägt. Unternehmen haben hier bis Februar 2023 bzw. bei Investitionen von mehr als EUR 20 Mio. bis 2025 Zeit, eine Abrechnung einzubringen. Damit wird die aws dieses Instrument weiterhin intensiv begleiten. Allfällige Auswirkungen aus den Ereignissen des Kriegs in der Ukraine auf die österreichische Wirtschaft werden laufend evaluiert.

aws Geschäftsführung

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