Wachstum und Innovation konsequent fördern

Stand: April 2023

Das Jahr 2022 startete für den Wirtschaftsstandort positiv: Die Corona-Krise hatte sich trotz aller Schwierigkeiten für die heimischen Betriebe nicht zu einer nachhaltigen und schwerwiegenden Wirtschaftskrise entwickelt. Mitverantwortlich dafür war ein umfassendes Maßnahmen-Paket der Bundesregierung, das den Unternehmen in dieser schwierigen Phase Unterstützung und Sicherheit gegeben hat. Als Förderbank des Bundes hat die aws eine Reihe an Hilfsmaßnahmen umgesetzt. So wurde etwa die aws Überbrückungsgarantie fortgesetzt, die auch im Jahr 2022 noch zur Liquidität von Unternehmen beitragen konnte. Maßgeblich für die positive Stimmung zu Jahresbeginn war vor allem die aws Investitionsprämie. Mit Ende 2022 wurden von insgesamt 242.153 bereits 143.681 Anträge bei der aws abgerechnet und somit ein Zuschuss von mehr als EUR 1 Mrd. ausbezahlt. Es wurden Investitionen von rund EUR 13 Mrd. ausgelöst. Die aws Inves-titionsprämie war damit das richtige Instrument zum richtigen Zeitpunkt und konnte den Unternehmen die nötige Sicherheit bieten, um aus der Krise heraus zu investieren.

Durch die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat sich die Stimmung spätestens ab dem zweiten Halbjahr aber deutlich gedreht. Unsicherheiten in Liefer- ketten und steigende Kosten, allen voran im Bereich der Energieversorgung, haben den Unternehmen zugesetzt. Die Bundesregierung hat daher als Teil eines umfassenden Anti-Teuerungspakets auch Hilfsinstrumente für Unternehmen aufgesetzt. Aufgrund der positiven Erfahrungen bei großen Förderungsmaßnahmen wurde auch dabei die aws als Abwicklungsstelle ausgewählt. Mit dem Energiekostenzuschuss I  werden energieintensive Unternehmen, etwa in der ersten der 4 Stufen mit einer Höhe von 30 Prozent ihrer Mehrkosten von Februar bis September 2022 für Strom, Erdgas und Treibstoffe, unterstützt. Der Ansturm der Unternehmen war enorm. Im Voranmeldezeitraum inklusive Nachfrist im Jänner 2023 haben sich 93.636 Unternehmen für den Zuschuss registriert. Durch ein ausgeklügeltes Anmeldesystem – und durch zugewiesene Anmelde-Termine – konnte die Antragsstellung für die Unternehmen einfach und vor allem gut planbar durchgeführt werden. Der Energiekostenzuschuss I wurde zu Jahresende auf das vierte Quartal 2022 erweitert. Da auch 2023 mit weiteren Folgen und gestiegenen Energiepreisen zu rechnen ist, hat die Bundesregierung noch im Dezember 2022 einen zusätzlichen Energiekostenzuschuss II beschlossen, der ebenfalls über die aws abgewickelt wird. Auch beim Klimabonus für die österreichische Bevölkerung griff die Bundesregierung in Teilbereichen auf die Expertise der aws zurück.

Aufgrund des herausfordernden Umfelds wurden weitere Hilfen im Jahr 2022 verlängert. Dort wo notwendig, konnte die aws Überbrückungsgarantie weiterhin Liquidität sichern. Dieses Instrument wurde zuletzt bis zum 30.6.2022 verlän- gert. Damit wurden auch im Jahr 2022 insgesamt noch 288 Überbrückungsgarantien mit einem Obligo von EUR 60,5 Mio. zugesagt. Mit Stand 31.12.2022 waren in Summe 17.726 Garantien mit einem Obligo von EUR 1,947 Mrd. aushaftend. Garantieausfälle waren, im Vergleich mit Österreichs Entwicklung bei Kreditausfällen, gering. Verlängert wurden auch Hilfen für gemeinnützige Vereine. So konnte für den 2020 ins Leben gerufenen NPO-Fonds, der von der aws abgewickelt wird, für das 1. Quartal 2022 wiederum eingereicht werden. Bezogen auf den Gesamtförderungszeitraum gingen 65.513 Anträge ein und EUR 804 Mio. konnten ausgezahlt werden. 

Insgesamt betrachtet hat sich der Investitionslevel der öster-reichischen Unternehmen nach dem zusätzlichen Push durch die aws Investitionsprämie im Jahr 2022 wieder normalisiert. Die Finanzierungssituation hat sich dabei für Unternehmen zuletzt deutlich verschlechtert. So gaben 54,8 Prozent der Unternehmen in einer Marketmind-Umfrage im Auftrag der aws und WKÖ an, dass Investitionspläne aufgrund einer schwierigen Finanzierungslage abgesagt bzw. verschoben werden. Gemessen am Finanzierungsanteil lag insbesondere der Bankkredit auf einem historischen Tiefststand. Nur 20,7 Prozent der befragten Unternehmen haben diese Finanzierungsform für ihre Investitionen genutzt. Das lag vor allem an fehlenden Sicherheiten: Bei 65 Prozent der Unternehmen, die eine Ablehnung oder Kürzung des Kreditbedarfs erhielten, war das der entscheidende Faktor. Die aws als erste Anlaufstelle für Unternehmensfinanzierung ist hier besonders gefodert und konnte mit ihren Kernprogrammen wichtige Impulse setzen.

Bei der Ausstellung von aws Garantien wurde 2022 wieder Vorkrisenniveau erreicht. Mit 1.140 Garantien für EUR 329,1 Mio. Obligo wurden Werte wie in den Jahren 2018 oder 2019 erreicht. Damit trägt dieses Instrument sehr wesentlich zur Ermöglichung von unternehmerischen Projekten im Bereich von Innovation und Wachstum bei. Wie bei den Überbrückungsgarantien sind auch hier die Ausfälle sehr gering und bewegen sich im Bereich der durchschnittlichen Werte vor der Krise. Die Garantie beweist damit ihre Stärke als budgetschonende Unterstützungsmaßnahme. Zur Intensivierung der aws Garantie hat die aws 2022 wiederum Rückgarantien aus dem InvestEU-Programm der Europäischen Union beim Europäischen Investitionsfonds (EIF) beantragt. In den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit von KMU sollen damit rund EUR 450 Mio. des aws-Garantieobligos vom EIF rückgarantiert werden. Dieser Antrag wurde seitens des EIF im Dezember 2022 genehmigt, die Details des Rückga- rantievertrags werden Anfang 2023 verhandelt. Eine sehr hohe Nachfrage verzeichneten 2022 auch aws erp-Kredite. Die Mittel für das Gesamtjahr waren bereits im September 2022 fast vollständig vergeben. In Summe wurden 1.026 Kredite zugesagt und damit mit dem Jahresprogramm 2022 mehr als EUR 625 Mio. an Investitionen ausgelöst. Als erste Anlaufstelle für unternehmensbezogene Förderungen verfügt die aws neben den aws Garantien und aws erp-Krediten über ein leicht zugängliches und wirksames Angebot an Zuschüssen, Eigenkapital, Coachings und Vernetzungsleistungen. Im Bereich der Zuschüsse konnten 2022 einige wichtige inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden. So wurde im April 2022 das Förderungsprogramm KMU.Cybersecurity gestartet, um österreichische Unternehmen bei wichtigen Präventionsmaßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit zu fördern. Die Nachfrage war sehr groß und die vorhandenen Fördermittel  innerhalb weniger Wochen abgerufen. Wichtige Schritte wurden zudem mit großen Spezialprogrammen wie IPCEI (Important Projects of Common European Interest) – Wasserstoff, Mikroelektronik und Photovoltaik gesetzt. Mit den IPCEI verfolgen Europäische Union und Nationalstaaten das Ziel, die europäische Industrie in Schlüsseltechnologien deutlich in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Bei IPCEI Wasserstoff wurde der EU-Notifikationspozess abgeschlossen. Dies ermöglicht nationale Föderungszusagen in Höhe von rund EUR 94 Mio., die durch die Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert weden.

Mit zusätzlichen Mitteln wurden im Jahr 2022 zudem im Programm aws Preseed/aws Seedfinancing – Deepech Schwer-punkte auf Digital Health und GreenTech gesetzt. Im Rahmen des Life-Science-Schwerpunkts wurden 16 Projekte mit rund EUR 7,1 Mio. gefördert und in den Bereichen Klimaschutz, saubere Energie, nachhaltige Industrie und Landwirtschaft, Mobilität sowie Biodiversität wurden 10 Projekte unterstützt. Start-ups und innovative Gründungsideen, die über die Unternehmensgrenzen einen positiven gesellschaftlichen Mehrwert generieren, wurden 2022 mit aws Preseed/Seedfinancing Innovative Solutions finanziert und begleitet. Gefördert wurden hier 27 Vorhaben mit rund EUR 5,7 Mio. Darüber hinaus wurden auch 2022 Start-ups und etablierte Unternehmen im Rahmen von aws Innovationsschutz bei der Erarbeitung ihrer Schutzrechts-Strategie umfassend begleitet. Ein wesentlicher Schwerpunkt war auch hier das Modul Green.IP. 2022 wurden in diesem Bereich 16 Projekte gefördert.

Als Förderbank des Bundes unterstützt die aws von den ersten Schritten bis hin zum internationalen Markterfolg. So wird für international tätige Unternehmen mit hoher Exportquote von der aws Unterstützung im Programm aws Wachstumsinvestition die spezielle Kondition Green Frontrunner angeboten. Die Bilanz 2022 zeigt eine Verdoppelung der Anträge und somit einen starken Andrang von Unternehmen, die grüne Ziele verfolgen.

Nicht zuletzt konnten im Jahr 2022 die Matching-Services der aws weiter ausgebaut werden. Insbesondere die neutrale Vermittlung auf Augenhöhe zwischen Start-ups und Business Angels als auch die Vernetzung zwischen Start-ups und eta-blierten Unternehmen hat auch in diesem Jahr zu zahlreichen Kooperationen geführt.

Ausblick auf die nächsten Jahre

Aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine und damit verbundenen Unsicherheiten bei der Energieversorgung von Unternehmen nimmt der Energiekostenzuschuss auch im Jahr 2023 eine wichtige Rolle ein. Die Energieversorgung wird zudem etwa mit Programmen wie u.a. die Kapazitätskostenunterstützung Gasdiversifizierung, dieses Programm startete im Februar 2023, und mit dem Stromkostenausgleich sichergestellt. Die aws ist hier eine wichtige Partnerin der österreichischen Wirtschaft und stellt damit eine effiziente und rasche Abwicklung der Hilfsprogramme sicher. Zudem wird die aws Unternehmen verstärkt im Transformationsprozess hin zu digitalen und ökologischen Innovationen künftig noch stärker unterstützen - mit Anfang 2023 wird mit der Konzeption eines neuen Förderungsprogramms gestartet. Aufgrund der weiterhin angespannten Finanzierung für Unternehmensinvestitionen haben insbesondere auch die aws Kernprogramme für Innovation und Wachstum eine essenzielle Bedeutung. Die aws unterstützt mit den Programmen aus Krediten, Garantien, Zuschüssen, Eigenkapital, Coachings und Vernetzungsservices im Rahmen von aws Connect Unternehmen in allen Phasen. Thematische Schwerpunkte liegen im Bereich der Digitalisierung über Nachhaltigkeit bis hin zu Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Wasserstoff oder Mikroelektronik. Um einen positiven Impuls im Bereich des Risikokapitals zu setzen, wird aufbauend auf dem Erfolg des aws Gründerfonds ein neuer Fonds aufgelegt. Derzeit werden die Gespräche für den Gründungsfonds II finalisiert.

aws Geschäftsführung

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