aws Innovationsschutz - AI Wissen

Fragen und Antworten

Die folgenden FAQ dienen Ihnen zur Beantwortung offener Fragen vor und während der Antragstellung sowie im Zuge des laufenden Förderungsprojektes. Die FAQ geben Ihnen einen grundsätzlichen Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit und werden laufend für Sie ergänzt. Rechtlich verbindlich sind ausschließlich das „AI Wissen-Programmdokument“ und die „AI Wissen-Programmrichtlinie“, die Sie unter den „aws Innovationsschutz Downloads“ finden.

Wozu benötigen Sie als AI-Entwicklungsunternehmen eine Innovationsschutz- und eine Datenstrategie?

Eine Innovationschutzstrategie ist erforderlich, um das geistige Eigentum, das sie durch ihre Produktentwicklung geschaffen haben, als solches zu erkennen, gegen Plagiierung zu schützen, wenn nötig gegen illegale Nachahmer zu verteidigen und bestmöglich kommerziell zu verwerten. Dabei spielen auch die Einhaltung von Regulierungen, Normen und Standards sowie Zertifizierungen eine Rolle. Eine Datenstrategie bildet die Voraussetzung für die Beschaffung von Daten – und hierbei vor allem AI-Trainingsdaten –, die vertragliche Sicherung von Eigentumsrechten an Daten sowie deren Schutz, Nutzung und kommerzielle Weiterverwendung und Weiterverwertung.

Welche Art von Projekten wird im Rahmen von „AI Wissen“ unterstützt?

AI-Entwicklungsprojekte heimischer Soft- und Hardwarehersteller, die in eine oder mehrere der folgende Technologiesparten fallen: „Trustworthy AI“, „Explainable AI“ und/oder „Edge AI“.

Was bedeutet „Trustworthy AI“ (vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz)?

Eine vertrauenswürdige KI zeichnet sich durch drei Komponenten aus, die während des gesamten Lebenszyklus des Systems erfüllt sein sollten:

  • Sie sollte geltendes Recht und hierbei alle gesetzlichen Bestimmungen, Richtlinien, Normen, u.ä.  einhalten; sie sollte die Einhaltung ethischer Grundsätze und Werte garantieren; und sie sollte robust sein, und zwar sowohl in technischer als auch in sozialer Hinsicht, da KI-Systeme unbeabsichtigten Schaden verursachen können, selbst wenn ihnen gute Absichten zugrunde liegen.

Was bedeutet „Explainable AI“ („erklärbare künstliche Intelligenz“)?

Erklärbare künstliche Intelligenz soll eindeutig nachvollziehbar machen, auf welche Weise dynamische und nicht linear programmierte Systeme, z. B. künstliche neuronale Netze, Deep-Learning-Systeme und genetische Algorithmen, zu ihren Ergebnissen kommen. Ihre Aufgabe ist es, operative Methoden zu erarbeiten und bereitzustellen, die zur Erklärung der Funktionsweise von AI-Systemen nötig sind. Ohne sie gleichen einige Methoden des maschinellen Lernens (insbesondere das zurzeit populäre Deep Learning) einem Black-Box-Vorgang, bei dem die Introspektion eines dynamischen Systems unbekannt oder unmöglich ist, und der Anwender keine Kontrollmöglichkeiten hat, um zu verstehen, wie eine KI-Software zur Lösung des Problems gelangt, für die sie entwickelt wurde.

Was bedeutet „Edge AI“?

Das Wort ist eine Kombination aus den Begriffen „Edge Computing“ und „Artificial Intelligence“. Sei es für die Automatisierung von Prozessen, sei es für die Analyse großer Datenmengen: Intelligente und selbstlernende Systeme werden in Unternehmensprozessen zunehmend wichtiger. Bisher müssen diese intelligenten Systeme stets in Verbindung mit einer Cloud stehen, da diese die große Rechenleistung für die mathematischen Algorithmen zur Verfügung stellt. Mit Edge AI steht nun die nächste Generation von intelligenten Systemen ins Haus: Die Intelligenz wird dabei direkt in die Endgeräte verlagert. Werden Daten in Clouds ausgewertet und gespeichert, kann dies zu erheblichen Datenschutzproblemen führen. Über Edge AI kann die Datensouveränität gehalten werden. Das Internet mitsamt den internetfähigen Geräten sowie die Datenspeicherung ist extrem energieintensiv. Edge AI eröffnet einen Weg, diesen Energieverbrauch erheblich zu senken. Was die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung angeht, kommt Cloud-basierte Künstliche Intelligenz ebenfalls zunehmend an ihre Grenzen – insbesondere bei fortgeschrittenen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Edge AI bietet auch hier eine vielversprechende Zukunftsperspektive: Mit einer schnelleren Datenverarbeitung und erheblich kürzeren Latenzzeiten. Zudem brauchen die Endgeräte keine stabile Netzwerkverbindung wie die Cloud-basierten Systeme.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Antragstellung?

Im Hinblick auf den technischen und kommerziellen Reifegraf Ihres Projektes sollten Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung über eine detaillierte Projekt- bzw. technische Produkt- oder Prozessbeschreibung, ein plausibles Umsetzungskonzept, einen Businessplan mit Schwerpunkt Marktchancen und eine Aufstellung Ihrer förderbaren Kosten verfügen. Der Antrag sollte noch vor dem Anfallen förderungswürdiger Projektkosten gestellt werden.

Wie läuft die Antragstellung?

Sie beantragen „aws Innovationsschutz – AI Wissen“ online über den „aws Fördermanager“. Letztmögliches Einreichdatum ist der 31.12.2024.

Welche Unterlagen sind neben dem Antrag nötig?

Eine Projekt- bzw. technische Produktbeschreibung, ein Umsetzungskonzept, ein Businessplan mit Schwerpunkt Marktchancen und eine Aufstellung Ihrer förderbaren Kosten. Die Upload-Möglichkeit für diese oben genannten Dokumente finden Sie ebenfalls am „aws Fördermanager“.

Wie zeitaufwendig ist die Antragstellung?

Unsere Kund*innen beschreiben den Zeitaufwand für sämtliche Förderungsmodule im Bereich des „aws Innovationsschutzes“ durchwegs als gering.

Kann ich AI Wissen-Förderung beantragen, wenn ich bereits andere Förderungen erhalte?

Ja, jedoch sind Doppelförderungen für gleiche Kostenpositionen ausgeschlossen.

Können Fragen im Antrag in Englisch beantwortet oder Unterlagen in Englisch zur Verfügung gestellt werden?

Ja. Die aws berät Sie im Bedarfsfall auch gerne in englischer Sprache. Die Abwicklung der Förderung, z. B. der Förderungsvertrag, erfolgen jedoch immer in deutscher Sprache.

Nach welchen Kriterien wählt die Fachjury die geförderten Projekte aus?

Die Jury bewertet den Beratungsbedarf für die Entwicklung einer Innovationsschutz- und Datenstrategie sowie den Innovationsgrad Ihres Projektes und dessen kommerzielle Erfolgschancen.

Wie oft tagt die Jury pro Jahr?

Jurysitzungen finden im Durchschnitt vier Mal pro Jahr statt.

Was erwartet mich in den AI Wissen-Workshops?

Im Rahmen von Einzelgesprächen und Workshops erarbeiten Innovationsschutz- und Branchenexpert*innen der aws mit Ihnen gemeinsam eine Ihrem Geschäftsmodell bestmöglich angepasste Innovations- und Datenstrategie. Konkret geht es dabei vor allem um eine mögliche Anmeldung gewerblicher Schutzrechte (Patent, Gebrauchsmuster, Marke, Design, Urheberrecht) durch Ihr Unternehmen sowie sonstige in Frage kommende Schutzinstrumente, wie etwa Verträge und den so genannten „Technischen Schutz“. Ziel dabei ist es, Ihre Innovationen und Ihren Wettbewerbsvorteil nachhaltig zu sichern.

Welchen Zeitaufwand muss ich für die AI Wissen-Workshops einplanen?

Für das unentgeltliche Coaching durch Innovationsschutz- und Branchen-Expert*innen der aws sind maximal 20 Stunden vorgesehen, die üblicherweise nach Absprache mit unseren Kund*innen in mehrstündige, halb- oder ganztägige Workshops aufgeteilt werden. Hinzu kommt der Zeitaufwand für Vorbereitungsarbeiten und die Umsetzung der Ergebnisse durch Ihr Unternehmen. Letzterer kann stark schwanken, da das Coaching-Programm in Abhängigkeit von den Bedürfnissen Ihres Unternehmens individuell zusammengestellt wird.

Wo finden die Workshops statt, und wer sollte teilnehmen?

Je nach Vereinbarung mit Ihnen online, in der aws oder bei Ihnen im Unternehmen. Üblicherweise nehmen CEOs – „Strategie ist Chefsache!“ –, CTOs und Vertreter der Bereiche Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb an unseren Workshops teil.

Kann ich den Zuschuss beantragen, ohne die Workshops in Anspruch zu nehmen?

Der Zuschuss kann nur gemeinsamen mit der Beratung für die Entwicklung einer Innovationsschutz- und Datenstrategie beantragt werden.

Welche Projektkosten sind förderungsfähig?

Kosten für die externe Rechtsberatung zur Beschaffung, Nutzung und Weiterverwertung von Al-Trainingsdaten sowie einschlägige Vertragserrichtungskosten.

Für welchen Zeitraum können Kosten anerkannt werden?

Anfallende Kosten können nur für die Dauer der Projektlaufzeit, d. h. zwischen dem Datum des Projektbeginns des aws-Förderungsprojektes und dem Datum des Projektendes, anerkannt werden. Die Projektlaufzeit finden Sie im Förderungsvertrag. Sowohl die Leistungen Externer als auch die bei der aws dafür eingereichte Rechnung und Zahlung müssen innerhalb dieses Zeitraums liegen und geltend gemacht werden.

Wie komme ich zu einer qualifizierten Schätzung meiner förderbaren Projektkosten?

Die finanziellen Zuschüsse der aws im Rahmen von AI-Wissen sind für externe Rechtsberatung zur Beschaffung, Nutzung und Weiterverwertung von Al-Trainingsdaten sowie einschlägige Vertragserrichtungskosten reserviert. Wir empfehlen ihnen, unverbindliche Kostenangebote oder zumindest Kostenvoranschläge von mehreren auf das IT-Vertragsrecht spezialisierten Anwaltskanzleien einzuholen, sobald ihre Beschaffungsabsichten ausreichend klar sind. Auskünfte über einschlägig qualifizierte Kanzleien können Sie von der Rechtsanwaltskammer Ihres Bundeslandes erhalten.

Wie hoch ist der mögliche Zuschuss?

Die Höhe des Zuschusses beträgt bis zu 80 % der förderbaren Projektkosten, maximal jedoch EUR 20.000,-.

Welche Angaben müssen eingereichte Rechnungen enthalten?

Externen Honorarnoten müssen aussagekräftige und nachvollziehbare Angaben über den Leistungszeitraum, eine detaillierte Darstellung der erbrachten Leistungen und der dafür aufgewendete Stundenanzahl enthalten.

Wann und wie erfolgt die Auszahlung von Zuschüssen?

Nach sachlicher Prüfung durch die aws direkt auf das vom geförderten Unternehmen angegebene Bankkonto.

Welche Berichtspflichten habe ich als Förderungsnehmer*in im Laufe des Förderungsprojekts?

Die Berichtspflichten werden im Förderungsvertrag festgelegt. Die aws ist sehr bemüht, Ihren Arbeitsaufwand dafür in engen Grenzen zu halten.

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