Das Bild zeigt die grafische Darstellung eines Kleinflugzeuges. Darin sind die Ansatzpunkte der Turbulance-Cancelling-Technologie eingezeichnet. Die Steuerungssoftware befindet sich knapp hinter der Pilotenkanzel. Sie sammelt die Daten der Sensoren, die an der Vorderseite der Flügel angebracht sind. Die Steuerimpulse für die Gegenturbulenzen sind an den Querrudern (hinterer Flügelteil) und am hinteren Leitwerk positioniert. | © Turbulence Solutions
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Das Gründungsteam (Robert Mühlbacher, 1. v. l., Oliver Breiteneder, 3. v. l., András Gálffy, 4. v. l.) mit zwei Mitarbeitern | © Turbulence Solutions

Turbulence Solutions

Das Wiener Start-up entwickelt eine Regelungstechnik für Flugzeuge, die atmosphärische Turbulenzen messbar und kontrollierbar machen soll. Die vorweggenommenen Turbulenzeffekte werden im Flug ausgeglichen.

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Turbulenzen beim Fliegen sind unangenehm – und sie machen vielen Angst. Zwar sind sie in der Regel ungefährlich, doch sie verringern den Komfort und das Sicherheitsgefühl der Fluggäste. Der TU-Absolvent András Gálffy und seine Mitgründer haben ein Verfahren zur Serienreife gebracht, das für einen ruhigeren Flug sorgt. Die Methode „Turbulence Cancelling“ stabilisiert Flugzeuge in turbulenter Luft. An der Maschine angebrachte Sensoren gewährleisten ruckelfreie Flüge, indem sie den Luftdruck messen und Turbulenzen erkennen, noch bevor sie auf die Flügel treffen. Erreicht die Maschine diesen Flugraum, können Störungen mithilfe der Regelungstechnik, die auf den Sensoren basiert, im richtigen Moment ausgeglichen werden. Die Technologie sorgt dafür, dass die eingebauten Flügelklappen rechtzeitig in die richtige Position gebracht werden und der Auftrieb erhöht oder verringert wird. 80 % der Turbulenzen können so ausgeglichen werden.


Leichtflugzeuge werden komfortabler
Der Vorteil von Turbulence Cancelling ist nicht nur ein höherer Komfort. Je leichter ein Flugzeug, umso sparsamer der Flug – die Halbierung des Fluggewichts führt zur Halbierung des Energieverbrauchs. Allerdings gilt auch der Grundsatz: Je leichter ein Flugzeug, umso stärker wirken Turbulenzen auf Passagierinnen und Passagiere. Daher bieten Ultraleichtflugzeuge und Kurzstreckenflugzeuge bis zu 19 Sitzen nur einen geringen Flugkomfort und ein deutlich eingeschränktes Anwendungsspektrum. Turbulence Cancelling sorgt für Abhilfe: Die Technologie erlaubt ein leichtes und komfortables Reisen auch in den sparsamen Gewichtsklassen. So können die Einsatzbereiche von Leichtflugzeugen deutlich erweitert werden. Aber selbst bei Großflugzeugen (Linienflüge, Charter) führt die Technologie aus Wien zu Emissionseinsparungen von bis zu 10 %.


Forscher und Berufspilot
András Gálffy ist Gründer und Motor von Turbulence Solutions. Der Elektro- und Regelungstechniker besitzt verschiedene Pilotenlizenzen und ist auch Projektleiter im TU Wien Space Team. Eines der Projektziele ist, ein wasserstoffbetriebenes Flugzeug autonom durch Österreich fliegen zu lassen. Die langfristige Vision des Start-ups ist die Positionierung des Unternehmens als international agierende Plattform für Turbulenzen. An neuen Ideen wird gearbeitet. „Morphing wings“ etwa verändern selbsttätig ihre Form, um mögliche Auswirkungen auf den Luftwiderstand zu minimieren. Der Flug wird ruhiger, energiesparend und klimaverträglicher.

„Es bedeutet eine große Herausforderung für mich und mein Team, ein neuartiges Produkt bis zur Marktreife zu entwickeln und nebenbei auch noch ein konkurrenzfähiges Unternehmen aufzubauen. Die aws hat uns dabei nicht nur finanziell unterstützt. Die Beratung durch das aws Team war für uns bei etlichen strategischen Entscheidungen sehr wichtig. Speziell in den Bereichen der Geschäftsmodellentwicklung, des geistigen Eigentums und des internationalen Markteintritts konnten wir von der Erfahrung der aws extrem profitieren.“ András Gálffy (CEO)

www.turbulence-solutions.aero

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