Antiviral Peptide - Portrait Antiviral Peptide - schematische Darstellung des Wirkstoffs

Neues Medikament gegen Herpes- und Adenovirus

aws PreSeed | 2018 | Life Sciences | Wien

Die Wiener Wissenschaftlerin Hanna Harant erforscht ein Peptid, das eine antivirale Wirkung gegen häufig auftretende Krankheitserreger wie das Herpes-simplex-Virus zeigt.

Bestimmte virale Infektionen können mit Virostatika behandelt werden. Allerdings gibt es dabei Einschränkungen, weil manche Verbindungen toxisch wirken oder sich Resistenzen gegen den Wirkstoff ausbilden. Meist wirken diese speziellen Arzneistoffe auch nur gegen ein bestimmtes Virus oder eine Virusgruppe. Bisher gibt es keine Medikamente, die eine Breitbandwirkung gegen Viren zeigen. Daher besteht Bedarf an der Entwicklung neuer Virostatika, die auch gegen größere Virusgruppen einsetzbar wären.

Keine Chance für Fremd-DNA
Das Forschungsprojekt der Gründerin Hanna Harant basiert auf der Entdeckung, dass ein bestimmtes Peptid die Genexpression sogenannter Fremd-DNA, die in eine Zelle eindringt, hemmen kann. Das Peptid wirkt auf unterschiedliche Typen von Herpesviren und hemmt beispielsweise die Vermehrung
von Herpes-simplex-Viren, die gegen das Standardmedikament Aciclovir bereits resistent sind. Ein weiterer Vertreter der Klasse der doppelsträngigen DNA-Viren, der auf das Peptid anspricht, ist das Adenovirus, das unterschiedliche Infektionen – der Augenbindehaut, des Magen-Darm-Trakts oder der Atemwege – verursachen kann und gegen das derzeit keine Medikamente verfügbar sind.

Patentierte Idee
Das Unternehmen wurde 2017 von der Biotechnologin Hanna Harant als Einzelunternehmen mit dem Ziel gegründet, das Peptid als Wirkstoff für die klinische Anwendung weiterzuentwickeln. Im selben Jahr erfolgte auch die Anmeldung des Wirkstoffs zum Patent. Derzeit werden an dem Peptid weitere Modifikationen vorgenommen, um den Zusammenhang zwischen Sequenz und Wirkung zu ermitteln. Außerdem wird an der Aufklärung des exakten Wirkmechanismus gearbeitet. Insbesondere soll die topische Wirkung anhand eines relevanten Herpes-simplex-Virusmodells erforscht werden. Die GmbH-Gründung ist in Angriff genommen.

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