doro-Turbinen

aws PreSeed | 2016 | Physical Sciences | Steiermark

 

Die doro-Turbine ist eine Kleinwasserkraftturbine, die für die umweltschonende Erschließung ungenutzter Wasserkraftpotenziale entwickelt wurde.

Was in Kalifornien eine Garage bietet, schafft in Österreich eine Kellerwerkstatt. Stefan Strein, Gründer des Grazer Unternehmens doro Turbinen, stieß über sein privates Umfeld und studienbegleitende Projekte auf eine für ihn spannende Frage: Wie nutze ich Kanäle und Flussregulierungen trotz niedriger Fallhöhen zur Erzeugung von Wasserkraft? Es war die elterliche Kellerwerkstatt, die es dem jungen Tüftler ermöglichte, kostengünstig erste voll funktionsfähige Prototypen einer Kleinwasserkraftturbine zu bauen und zu testen.

 

Kaum genutztes Wasserkraftpotenzial

In entwickelten Ländern existiert im Wasserbau eine Vielzahl von Regulierungsbauwerken, die im Rahmen von Flussbegradigungen und Kanalbauten oder zum Zweck des Siedlungsschutzes geschaffen wurden. Diese Gewässersituationen haben eines gemeinsam: lokale Fallhöhenpotenziale von unter drei Metern, die mit vorhandenen Turbinentechnologien nicht wirtschaftlich erschlossen werden können.

 

Wirkmechanismus „hydrostatischer Druck“

Die doro-Turbine löst dieses Problem, indem sie das Grundprinzip Wasserrad mit einem für Wasserräder neuen Wirkmechanismus kombiniert: dem hydrostatischen Druck. Mithilfe heute zur Verfügung stehender Technologien gelang es Strein, ein drehzahlvariables Wasserrad zu entwickeln, das die spezifische Leistungsfähigkeit von konventionellen Wasserradkonzepten um das Dreifache erhöht. Der zweite Erfolgsparameter der doro-Turbine: Die spezifischen Kosten werden um den Faktor 2,5 verringert.

 

Mehrere Testkraftwerke

Nach der Gründung von doro Turbinen Anfang 2017 muss die Technologie im Realbetrieb getestet werden. Dazu sollen in den ersten zwei Jahren drei bis fünf prototypische Kraftwerke in verschiedenen Anwendungssituationen gebaut werden. Parallel dazu werden die länder- und marktspezifischen Anforderungen in Schwellenländern ermittelt, um zielgerichtet modulare, standardisierte Containerkraftwerke zu entwickeln. Hier könnte doro einen wichtigen Baustein für die ländliche Elektrifizierung mittels dezentraler Produktion und Verteilung in Mikronetzen darstellen.

www.doro-turbine.at

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