HeaRT

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HeaRT entwickelt Geräte zur Behandlung von degenerativen Erkrankungen des Herzmuskels mit hochenergetischen akustischen Stoßwellen.

Die mit Minderdurchblutung einhergehenden Erkrankungen des Herzmuskels sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Allein in Europa starben 2010 fast 670.000 Menschen an Erkrankungen wie dem Herzinfarkt und der Minderdurchblutung von Bereichen des Herzens. HeaRT arbeitet an einer Methode, das Gewebe mit Stoßwellen zu reaktivieren.

Das medizinische Team besteht aus Michael Grimm, Johannes Holfeld und Wolfgang Schaden. Sie setzen die Stoßwellentherapie im klinischen und wissenschaftlichen Bereich seit vielen Jahren ein und sind maßgeblich an ihrer Weiterentwicklung beteiligt. Christian Dorfmüller als technischer Kopf des Teams verfügt durch seine langjährige Tätigkeit als CEO über Erfahrung in der Unternehmensführung und durch seine Arbeit im technischen Bereich der Stoßwellentherapie über das notwendige Fachwissen.

Aktivierung körpereigener Mechanismen

Obwohl es sich bei Stoßwellen „nur“ um einen sehr kurzen und starken mechanischen Druckpuls handelt, wird durch sie die Immunabwehr aktiviert. „Toll-like receptors“ (TLR) sind ein Teil der Immunabwehr und regeln die Aktivierung bestimmter Gene. Der vom Team untersuchte TLR3 ist eigentlich für die Erkennung von doppelsträngiger RNA und damit die Abwehr von Pathogenen zuständig. Die Forscher konnten zeigen, dass bei der Stoßwelle körpereigene doppelsträngige RNA freigesetzt wird, was zu der Aktivierung von TLR3 führt. Im nächsten Schritt werden körpereigene Mechanismen zur Kontrolle von Entzündungen und zur Bildung neuer Blutgefäße im behandelten Areal ausgelöst.

Zunächst schien klar, dass eine mechanische Wirkung der Stoßwellen die Freisetzung der RNA bewirkt. Doch erfolgt die Freisetzung erst einige Zeit nach der Stoßwelle, sodass dahinter noch ein weiterer, bisher unerforschter Mechanismus stecken muss, ein Gegenstand der aktuellen Forschung.