NP Life Science Technologies

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Das Linzer Unternehmen entwickelt und produziert nervenähnliche Implantate, die den Körper bei der Regeneration zerstörter peripherer Nerven unterstützen.

In den USA mit ihrer Bevölkerung von 320 Millionen müssen sich nach einer Schätzung circa 660.000 Patientinnen und Patienten im Jahr wegen einer Nervenverletzung mit einem Implantat behandeln lassen, um durchtrennte Nerven wieder zu verbinden. Die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Verletzungen ist beträchtlich: Man rechnet mit 8,5 Millionen eingeschränkten Arbeitstagen, umgerechnet zwei Milliarden Euro Kosten und fünf Millionen Berufsunfähigkeitstagen pro Jahr.

 

Kein Gefühl

Die Standardbehandlung bei größeren Verletzungen besteht darin, einen zerstörten motorischen Nerv durch einen „nicht lebensnotwendigen“ sensorischen Nerv zu ersetzen. Die Patientin oder der Patient erlangt nach erfolgreicher Behandlung die Bewegungsfähigkeit zurück, büßt aber sensorische Fähigkeiten und damit an Lebensqualität ein: ein hoher Preis. Bei kleineren Verletzungen werden getrennte Nervenenden mit Hülsen überbrückt, die einige Nachteile haben. Sie bestehen aus Polymeren, die nicht immer den mechanischen Anforderungen des Nervengewebes entsprechen. Ihre Abbauprodukte können sogar lokal toxische Effekte hervorrufen. Zudem muss der Organismus in der Hülse alle Nervenstrukturen selbst aufbauen, um den wachsenden Zellen die Orientierung zwischen den verbundenen Enden zu geben.

 

Linzer Lösung

Das neu entwickelte Implantat des Start-ups NP Life Science Technologies bildet die zellfreie Struktur eines Nervs aus vielen kleinen, parallel ausgerichteten Kanälchen nach. Regenerierende Nervenzellen erhalten somit sofort eine Wachstumsrichtung zwischen den Nervenenden. Die Regeneration wird beschleunigt. Die besonderen chemischen Eigenschaften des Polymers erlauben die Anpassung der mechanischen Eigenschaften an die Erfordernisse des Nervengewebes und die kovalente Bindung wachstumsfördernder Substanzen. Die Abbauprodukte sind nichttoxische, neutrale Substanzen, die über den Stoffwechsel ausgeschieden werden.

 

Wiederherstellung von Lebensqualität

Die Innovation der drei Wissenschaftler und Gründer Klaus Rudolf Schröder, Ian Teasdale und Oliver Brüggemann erhöht deutlich die Chancen verletzter Patientinnen und Patienten auf eine wiederhergestellte Lebensqualität. Volkswirtschaftlich kommt es zu einer Minimierung der Behandlungskosten und einer Entlastung des Sozialsystems.

www.nplifescience.com