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PhagoMed will Phagen zur Lösung der Antibiotikakrise machen

aws Seedfinancing | Life Sciences | 2018 | Wien

PhagoMed arbeitet an der Entwicklung von Antibiotika-Alternativen auf der Basis natürlicher Viren, sogenannter Phagen, die in der Lage sind, multiresistente Keime zu bekämpfen.

Immer mehr Bakterienstämme lassen sich nicht mehr mit Antibiotika bekämpfen, weil sie dagegen resistent geworden sind. 2015 starben in der EU fast 33.000 Menschen an Keimen, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen. Darüber hinaus leiden viele Patientinnen und Patienten an chronischen bakteriellen Infektionen, bei denen Antibiotika keine Heilung bieten. Eine Lösung dafür können Phagen sein: Viren, die ausschließlich Bakterien befallen. Sie vermehren sich, indem sie Bakterien mit ihrer DNA infizieren und dann die Bakterienzelle zur Herstellung neuer Phagen umprogrammieren. Sie zerstören mit eigens produzierten Enzymen die Bakterienzellwände und führen den Tod der Zelle herbei.

Das Wiener Biotech-Start-up PhagoMed will Phagen zur Lösung der Antibiotikakrise machen. Das Gründerteam rund um den deutschen Orthopäden Burkhard Wippermann und die beiden ehemaligen Berater der Boston Consulting Group Alexander Belcredi und Lorenzo Corsini arbeitet daran, Arzneimittel auf der Basis von Phagen zu entwickeln. Derzeit befindet sich das Unternehmen in der präklinischen Forschung.

Neue Behandlungsansätze für infizierte Implantate
Phagen sind Naturprodukte und haben keine bekannten Nebenwirkungen. Die Staaten des ehemaligen Ostblocks etwa nutzen Phagen seit Jahrzehnten erfolgreich, da sie während des Kalten Krieges kaum Antibiotika aus dem Westen beziehen konnten. PhagoMed hat sich auf die Entwicklung von Arzneimitteln aus Phagen zur Behandlung chronischer bakterieller – beispielsweise biofilmassoziierter – Infektionen spezialisiert. Ein zukünftiges Behandlungsfeld: infizierte Implantate. Die Infektionsrisiken zum Beispiel bei Hüft- und Knieimplantaten oder auch Blasenkathetern sind im Zuge der Antibiotikakrise bereits gestiegen. Studien sprechen von 5 % der Knie- und Hüftimplantate, die sich innerhalb von zehn Jahren schwerwiegende Infektionen zuziehen. Phagen könnten hier eine Heilungschance bieten, da sie die Biofilme aus Bakterien, die sich auf infizierten Implantaten bilden, um ein Vielfaches effektiver bekämpfen als Antibiotika.

Zielgerichtetes Wachstum
Die Gründer gehen davon aus, dass erste Phagen-Arzneimittel bis etwa 2025 in Europa zugelassen sein werden. Bis 2030 wollen Belcredi und Corsini sich mit ihrem Therapieansatz einen Anteil am Milliardenmarkt der Antibiotika-Alternativen sichern. Neben den Infektionen an Implantaten forscht das Unternehmen auch an Blasen- sowie Vaginalinfektionen. PhagoMed konnte neben der Jury des österreichischen Gründerpreises Phönix auch schon diverse Investoren und Fördergeber von diesem Ansatz überzeugen.

www.phagomed.com

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